Dieter Bernhardt ist tot.

16.05.10
BerlinBerlin, Netzwerk, TopNews 

 

Wir werden ihn als Kämpfer in Erinnerung behalten.

Wie jetzt bekannt wurde hat sich Dieter Bernhardt, von exorbitanten Mieterhöhungsforderungen betroffener Mieter aus der Akazienstraße 6 in Schöneberg und Mitbegründer des berliner bündnisses sozialmieter.de, in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2010 das Leben genommen. Dazu schreiben seine Mitstreiter:
Neben seinem Leichnam fand die Polizei einen Abschiedsbrief unseres engagierten und sich in seinen Grundfesten bedrohten Mitstreiters aus dem hervorgeht, dass Dieter Bernhardt den Freitod deshalb wählte weil er die "Gefühlskälte" und "Gleichgültigkeit" nicht mehr ertragen konnte, mit der die politisch Verantwortlichen Berlins den Menschen in dieser Stadt begegnen würden, die vom Verlust ihrer Wohnungen und ihres Lebensumfelds bedroht sind. Dieter Bernhardt setzte seinem Leben ein Ende weil der Verlust seiner über Jahre gewachsenen sozialen Bindungen drohte und er sich angesichts seiner absehbaren Entwurzelung zur Ohnmacht verurteilt sah. Kurz vor seinem Tod sagte er zu seiner Nachbarin und Mitstreiterin, Frau Lucile Greco, dass "er wahrscheinlich erst an einem Galgen baumelnd aus dem Fenster hängen müsse", damit die politisch Verantwortlichen Berlins endlich reagieren würden.
Es ist ein schwacher Trost, dass unserem Leidensgenossen und Mitstreiter das Öffnen eines Anwaltsschreibens vom 4. Mai erspart geblieben ist, in dem die Sozialmieterinnen und Sozialmieter in der Akazienstraße 6 und in der Belziger Straße 13 in Schöneberg vom Vermieter aufgefordert werden, die erhöhte Miete sofort und vorbehaltlos zu bezahlen, da die Miete andernfalls rückwirkend zum 1. Januar 2008 eingefordert werde.
Dieter Bernhardt war Mitgliedern unserer Redaktion langjährig als aktiver Mitstreiter aus der WASG Berlin und dem Netzwerk Linke Opposition bekannt. Gelegentlich hat er in ‚scharf-links' Artikel veröffentlicht. Wir sind sehr traurig über seinen Tod und werden sein Andenken als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit ehren. Seine Mitstreiter in Berlin werden für ihre Kämpfe weiter unsere Unterstützung haben.
Der Leichnam ist von der Polizei noch nicht zur Beisetzung freigegeben. Der Termin der Bestattung wird auf www.sozialmieter.de bekannt gegeben.







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