Heute, am 9. August um 11:02 Uhr vor 64 Jahren zündeten die USA eine Atombombe über Nagasaki

09.08.09
BerlinBerlin, Internationales, Bewegungen 

 

Von Bernd Kudanek

zitiert aus: http://www.friedenskooperative.de/themen/hirosh01.htm

Am 6. August 1945 wurde über Hiroshima die erste Atombombe abgeworfen. 130.000 Menschen waren sofort tot. Ungefähr dieselbe Anzahl starb in den darauffolgenden sechs Monaten an Verbrennungen und Strahlenschäden. Am 9. August erfolgte ein weiterer Abwurf auf Nagasaki. Auch dieser Angriff forderte zahlreiche Menschenleben. Die Anzahl der Langzeitopfer ist bis heute nicht abschätzbar. Noch immer werden Kinder mit Mißbildungen geboren.

»This is the greatest thing in history.« jubelte ( http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20565/1.html ) US-Präsident Harry S. Truman nach dem Abwurf der Bombe über Hiroshima.

»Es gibt nichts, wofür ich mich schämen müsste. Ich habe keine einzige Nacht schlecht geschlafen.« so Paul Tibbets, Pilot des Hiroshima-Bombers Enola Gay.

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Zum alljährlichen Gedenken an die Opfer des US-Massenmordens fand am Donnerstag, den 6. August, ab 17 Uhr an der Friedensglocke Berlin im Volkspark Friedrichshain (Großer Teich) eine Kundgebung statt. Dazu aufgerufen hatten: ( http://www.deutscher-friedensrat.de/ ) Deutscher Friedensrat e.V.; [url=http://www.djf-ev.de/]Deutsch- Japanisches Friedensforum e.V.[/url]; ( http://www.berlin-friedensglocke.de/ )Friedensglockengesellschaft Berlin e.V.; ( http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/ ) Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg; ( http://www.ippnw.de/startseite.html ) Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges, Deutsche Sektion (IPPNW). Bezeichnenderweise hat sich die Berliner PDL zumindest öffentlich-offiziell nicht zum Aufruf bekannt. Ob sich die in der BRD angekommene Realo-Boy-Group-Fraktion wohl der DDR-Vergangenheit schämt? Sei es, wie's sei, immerhin konnten einige sattsam bekannte PDL-Hardliner-Realos, unter anderem Halina Wawzyniak, Justitiarin der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE, und die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Marion Seelig, gesichtet werden. Erstere war voller Jubel, als 2005 Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zusammengeführt und auf Hartz IV reduziert wurde und Letztere ist als sogenannte (ehemalige) DDR-Bürgerrechtlerin voller Verständnis für die bundesweit berüchtigten Berliner Schlägermilizen, wenn diese im rotroten Berlin auf Demos mal wieder zeigen, was sie von grundgesetzlich verbrieften Bürgerrechten halten.

Obwohl der Volkspark Friedrichshain im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg liegt und das entsprechende Bezirksamt als Mit-Aufrufer fungiert, konnte ich aus den bezirksamtlichen Pressemitteilungen leider keinen einzigen Hinweis auf die Gedenkveranstaltung und/oder seinem geplanten Ablauf entnehmen. Diesen Part hat - warum auch immer - das eher abseits gelegene Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf bereits am 14.07.09 unter http://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/aktuelles/presse/archiv/20090714.1035.132200.html übernommen. Sogar ein Zeitplan der einzelnen Veranstaltungsabläufe war dort aufgeführt.

Das Projekt Weltfriedensglocke wurde 1988 auf Betreiben der "World Peace Bell Association" und von Manfred Schmidt, Botschafter der DDR in Japan, anläßlich des 50. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges dem Magistrat von Berlin angetragen. Der kleine Glockentempel ist nach japanischen Entwürfen von deutschen Handwerkern kunstfertig errichtet worden. Die japanische Glocke wurde aus Münzen der damaligen 104 UN-Mitgliedsstaaten gegossen und trägt auf Japanisch und Deutsch das Wort „Frieden“. Am 1. September 1989, also noch zu DDR-Zeiten, wurde der Friedens-Tempel am Fuße des zugeschütteten ( http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Bunkerberg ) Großen (Flak-)Bunkerbergs feierlich übergeben und seither finden dort alljährlich am 6. August Gedenk- und Mahnveranstaltungen statt. Ausführliche Infos unter: http://www.berlin-friedensglocke.de/031ea599a90ba6502/031ea599a90e88876/index.html

Am vergangenen Donnerstag waren bereits an die 150 Menschen rund um den Friedens-Tempel am Großen Teich versammelt, als ich gegen 16:45 Uhr dort eintraf. In der Mehrzahl waren es ältere Semester, welche die schlimmen Kriegs- oder (wie der Verfasser im zerbombten Virchow-Kiez am Volkspark Friedrichshain) die Nachkriegszeiten als Kinder und/oder Jugendliche noch aus eigenem Erleben kannten. Entsprechend abgeklärt bzw. außerordentlich gedämpft war dann auch das weitere Gedenken. Wie schon erwähnt hatten sich mehrere jüngere (so ab 36 Jahre) Persönlichkeiten (oder wer sich dafür hielt) der PDL eingefunden, wollten sie anscheinend doch wenigstens inoffizielle Gemeinsamkeit mit den vielen anwesenden friedensengagierten GenossInnen aus der Basis bekunden. Ein Schelm, wer dahinter etwa die kommende Bundestagswahl vermutet.

Nachdem um 17 Uhr die Begrüßung der Gäste erfolgte und die Veranstaltung eröffnet wurde, übernahm die Historikerin, Bärbel Schindler-Saefkow, die Moderation und kündigte Herrn Hideto Sotobayashi an, der feierlich 6 mal die Weltfriedensglocke läutete. Dabei ließ es sich Halina Wawzyniak im Moment des Knipsens nicht nehmen, mir genüßlich-boshaft vor die Linse zu latschen (Foto 13). Vielleicht war's ja eine Revanche für ihre vielen Niederlagen bei unseren Disputen im mittlerweile geschlossenen Forum der PDL. Ein bayrischer Genosse gab ihr damals liebevoll den Spitznamen "Gscheithaferl".

Dann wurden Kränze unter Musikbegleitung niedergelegt, die sympathische Bundestagsabgeordnete der PDL, Gesine Lötzsch, begann mit fünf tiefroten Rosen, drei weitere Kranzgebinde folgten (Foto 19). Danach wurden Reden abgehalten, die leider oftmals kaum zu verstehen waren, weil die antiquierte Lautsprecheranlage absolut ungenügende Leistung hatte und teilweise sogar ganz ausfiel. Schade, so ist jede akustische Außenwirkung für interessierte Besucher etwas entfernter von der Feier verpufft. Der ( http://www.hans-beimler-chor.de/index.html ) Hans-Beimler-Chor Berlin trug anschließend zwei Lieder vor und erhielt verdienten Beifall.

Bevor dann etwas später nach weiteren Vorträgen und künstlerischen Darbietungen in Gedichtform eine Grußbotschaft aus Hiroshima folgte, verließ ich die Veranstaltung. Denn wegen der miserablen Akustik verstand ich bedauerlicherweise nicht viel von dem, was am Mikro vorgetragen wurde. Irgendwie konnte ich mich des Eindrucks auch nicht erwehren, die Veranstalltung sei eher nach innen für einen kleinen überschaubaren Kreis engagierte Friedensbewegte als für die breitere, normal interessierte Öffentlichkeit gedacht. Auf junge Menschen üben diese alljährlichen, so enorm WICHTIGEN Gedenk- und Mahn-Rituale deshalb offenkundig nur sehr mäßige Anziehungskraft aus.

Äußerst ungut aufgestoßen ist mir, daß bereits im Aufruf krampfhaft vermieden wurde, den Alleinverantwortlichen der Menscheits-Verbrechen in Hiroshima und Nagasaki, nämlich die USA, zu erwähnen. Es ist eher verniedlichend nur von "Atombombenabwürfen" die Rede, so als ob sie einfach wie ein x-beliebiges Naturereignis vom Himmel gefallen und nicht bewußt von Verbrechern gezündet worden wären. Ob die us-amerikanischen Massenmörder eventuell später in Redebeiträgen angeprangert wurden, habe ich wegen besagt miserabler Akustik nicht mitbekommen. Eine Schande wär's, wäre dies aus feigem Opportunismus (zugunsten der BRD-Lebensplanung einiger, sich links gebender Polit-KarriereristInnen) tatsächlich unterblieben!

Angesichts weltweiter massiver Aufrüstung, imperialistischer Aggressions-Kriege bis hin zu Androhungen von atomaren Erstschlägen ist aber die Mobilisierung junger Menschen von geradezu existentieller Bedeutung für Flora und Fauna auf dieser Erde, UNSERER Welt - inklusive der Menschheit! Gemeinsam müssen wir wieder und wieder aufstehen und ankämpfen gegen den ganzen menschenverachtenden, verbrecherischen Wahnsinn, der von einer kriegstrommelnden Militaristen- und einer national-klerikalen rechten Politkaste für eine globalisierte Macht-Mafia aus elitären, nutznießerischen Giga-Milliardären betrieben wird. Insbesondere dieses Gangster-Supra-Kartell meint, die Welt nicht nur rücksichtslos und gewaltsam beherrschen und ausbeuten sondern auch brutal unterdrücken und versklaven zu dürfen.

No pasarán!
Sie werden (damit) nicht durchkommen!
Smash Capitalism!

Bernd Kudanek alias bjk

 

32 großformatige Fotoimpressionen sind eingestellt unter http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/2/25216396.0.30115.html







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