Jedes dritte Berliner Kind lebt von Hartz IV

12.08.09
BerlinBerlin, Soziales, TopNews 

 

Nach der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Margrit Barth (LINKE) im Berliner Abgeordnetenhaus haben insgesamt über 170 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit den finanziellen Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit zu tun. Das ist mehr als ein Drittel. Allein in Mitte sind über 13 000 Heranwachsende betroffen, der größte Teil hiervon in dem Armutsbezirk der Bundesrepublik Wedding, in Neukölln 12 500. Am niedrigsten ist die Zahl erwartungsgemäß im sozial stärksten Bezirk Steglitz-Zehlendorf (3145).
Die Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales Anja Wollny forderte, den Hartz-IV-Regelsatz für Kinder zu erhöhen.
Wie brisant die Einkommensverhältnisse der Familien in Berlin sind, zeigt sich auch daran, dass rund zwei Drittel von ihnen nur den Mindestsatz für die Kindertagesstätten zahlen. Rund 40 Prozent der Berliner Kinder müssen zudem keine Schulbücher kaufen, weil die Eltern nur geringe oder keine Einkünfte haben.

Werner Schulten, Landessprecher der LAG und Bundessprecher der BAG Hartz IV DIE LINKE erklärt hierzu:
„Angesichts dieser dramatischen Zahlen ist ein Festhalten an den unter dem sozio-kulturellen Existenzminimum liegenden Regelsätzen oder gar eine Kürzung, wie von Teilen der FDP gefordert, eine dauerhafte Festschreibung von Chancenungleichheit. Schon jetzt sind mehr als die Hälfte aller Weddinger Kinder einschließlich ihrer Eltern durch ihre katastrophale wirtschaftliche Situation aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Ein Land, das Hunderte Milliarden innerhalb weniger Tage für Banken zur Verfügung stellen kann und gleichzeitig hilflos oder gewollt in Kauf nimmt, dass ein Großteil seiner Kinder in Armut und ohne Zukunftschancen aufwächst, hat den Anspruch, von humanitärer Grundeinstellung geprägt zu sein, längst aufgegeben. Es muss endlich Schluss sein mit dem Marktradikalismus, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Wir brauchen eine Politik, in deren Mittelpunkt ausschließlich der Mensch steht und nicht weiter reiner Kosten- und Nutzenfaktor ist.“







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