Ausstellungspremiere in Berlin "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg"

12.08.09
BerlinBerlin, Kultur, News 

 

Anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsbeginns in Europa präsentieren AfricAvenir International und Recherche International die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ erstmals vom 1. bis 30. September in Berlin. Ein umfassendes Begleitprogramm mit Vorträgen, Filmen, Lesungen und der Deutschlandpremiere des Hip-Hop-Musicals „Die vergessenen Befreier – A nos morts“ öffnet den Blick für die globale Dimension des Zweiten Weltkriegs und lädt das Publikum zu einer kritischen Reflektion der eigenen Geschichte ein.

Rechtzeitig zur Ausstellungseröffnung ist auch das Buch „Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“, welches im Juni 2005 auf Platz 1 der Sachbuchbestenliste gewählt wurde, als Begleitband zur Ausstellung in 2. Auflage neu erschienen:

http://www.assoziation-a.de/gesamt/Unsere_Opfer_zaehlen_nicht.htm

Feierlich eröffnet wird die Ausstellung am 1. September 2009 um 19 Uhr durch den Historiker und Gründer von AfricAvenir,

Prof. Kum’a Ndumbe III. aus Kamerun.
Veranstaltungsort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32, 12049 Berlin, U Herrmannplatz.
Pressekontakt: AfricAvenir International e.V., Rosa Timm, Telefon: 0178-5162540 oder 030-42 02 54 13,

r.timm@africavenir.org

http://www.africavenir.com/

Hintergrund der Ausstellung:

Bis 1945 leisteten Millionen Soldaten aus der Dritten Welt freiwillig oder zwangsrekrutiert Militär- und Arbeitsdienste für die kriegführenden Kolonialmächte, um die Welt vom europäischen Faschismus und japanischen Großmachtwahn zu befreien.

Weite Teile der Dritten Welt – von der lateinamerikanischen Küste über Nordafrika und den Nahen Osten bis nach Indien, Südostasien und Ozeanien – dienten als Schlachtfelder und blieben nach Kriegsende verwüstet zurück.
Bereits vor Kriegsbeginn in Europa herrschte in Afrika seit 1935 ein internationaler Krieg um Äthiopien, 1937 folgte der japanische Angriff auf China. Allein in China forderte der Krieg mehr Opfer als in Deutschland, Italien und Japan zusammen und bei der Befreiung der philippinischen Hauptstadt Manila von den japanischen Besatzern starben mehr Zivilisten als in Berlin oder Dresden.
In der Dritten Welt gab es allerdings nicht nur Opfer, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte, die im Krieg an deren Seite kämpften – von Nordafrika und Palästina über den Irak und Indien bis nach Thailand und Indonesien.
Fakten wie diese, im hiesigen Geschichtsdiskurs oftmals ausgeblendet, werden in der Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ mit Fotos und Texten, Hörstationen und Videos erstmals ausführlich präsentiert.

Programmauswahl:

03.9.2009, 18.30 Uhr: Lesung mit Raffael Scheck – Hitlers afrikanische Opfer
http://www.assoziation-a.de/lesen/Scheck.htm

04.9.2009, 19.00 Uhr: Berlin Premiere: Tage des Ruhms (Indigènes), R: Rachid Bouchareb, DZ/MA/F/B 2006, 119 Min, OmU

11.9.2009, 18.30 Uhr: Vortrag von Alice Cherki „Die Bedeutung des Zweiten Weltkriegs für die antikolonialen und antirassistischen Schriften Frantz Fanons

13.9.2009, 15.00 Uhr: Thementag „Kriegsverbrechen der japanischen Armee“ in Anwesenheit von Zeitzeuginnen aus Taiwan

15.9.2009, 15.00 Uhr: Lehrerfortbildung mit Kurator Karl Rössel und Lawrence Oduro-Sarpong in Kooperation mit LISUM und EPIZ

20.9.2009, 20.00 Uhr: Deutschlandpremiere des Hip-Hop-Musicals „Die vergessenen Befreier“ (À nos morts) der Gruppe Mémoires Vives (Straßburg). Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BerlinProf. Kum’a Ndumbe III., Raffael Scheck, Alice Cherki und Karl Rössel stehen ebenso wie die Gruppe Mémoires Vives und die Zeitzeuginnen aus Taiwan auf Anfrage für Interviews zur Verfügung.

In der Folge wird die Ausstellung in mehreren Städten der Bundesrepublik zu sehen sein.

Weitere Informationen zur Ausstellung unter:

http://www.3www2.de/







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