Forderung nach einer fiktiven U 10 nach Blankenburg ist ökonomischer und verkehrspolitischer Irrweg

17.01.20
BerlinBerlin, News 

 

Zur aktuellen Debatte um den Bau einer Straßenbahn für den Blankenburger Süden erklärt der stellvertretende Vorsitzende der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:

Forderung nach einer fiktiven U 10 nach Blankenburg ist ökonomischer und verkehrspolitischer Irrweg

„Die Forderungen nach dem Bau einer neuen U-Bahn nach Blankenburg, wie es von Seiten der Pankower CDU vorgeschlagen wurde, ist ein ökonomischer und verkehrspolitischer Irrweg. Eine schnelle und ökonomisch sinnvolle Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin lässt sich nur durch einen konsequenten Ausbau der Straßenbahn erreichen.

Der Bau einer U-Bahn wäre um ein Zehnfaches teurer und langsamer als die oberirdische Verlegung von Straßenbahnschienen. Außerdem würden wesentlich weniger Menschen mit der Schiene angebunden als es bei der Straßenbahn der Fall wäre, die wesentlich mehr Haltestellen hat und gleichzeitig vollständig barrierefrei und ohne Umwege wie Tunnel und Treppen erreichbar ist. Die Straßenbahn ist damit das um ein Vielfaches effizientere und kostengünstigere öffentliche Verkehrsmittel im Vergleich zur U-Bahn.

Die NaturFreunde teilen dabei die Ansicht vieler Anwohnender, dass eine Straßenbahn mitten durch die Erholungsanlage Blankenburg nicht überzeugt. Die NaturFreunde werden sich für eine Straßenbahnverbindung einsetzen, die auf eigener Trasse mit Rasengleis auf bestehenden Straßen verläuft, um zugleich ökologische Grünverbindungen zu schaffen. Solche Straßenbahnen steigern der Erholungswert im öffentlichen Straßenraum und schaffen wertvolle Korridore für Insekten.“

Auch die vorgeschlagene Lage für einen Betriebshof für die Straßenbahn erscheint den NaturFreunden nicht überzeugend. Hier muss eine andere Lösung für einen Straßenbahnbetriebshof gesucht werden, der keinen Eingriff in die Erholungsanlage Blankenburg notwendig macht.

Geplante Bebauung Blankenburger Süden nicht akzeptabel

Gleichzeitig weisen die NaturFreunde darauf hin, dass die Planung von 6.000 Wohnungen im Blankenburger Süden völlig überzogen sind und wertvolle Grünflächen, die in der Stadt dringend benötigt werden, zerstören. Die Planungen, auf 90 Hektar bis zu 6000 Wohnungen bauen zu wollen, werden von den NaturFreunden abgelehnt.

NaturFreunde kommen nach Blankenburg

In den nächsten Monaten werden die NaturFreunde im Blankenburger Süden Informationsveranstaltungen und alternative Trassenbegehungen durchführen, um für die Straßenbahn zu werben. Dabei werden sie einen Stadtspaziergang für einen sinnvolleren Routenvorschlag anbieten und diesen zur Diskussion stellen.“







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