Recht auf Stadt! Für alle!

27.03.13
HamburgHamburg, Bewegungen, Antifaschismus 

 

von Migrantinnen Bund Hamburg

...auch für Migranten, Flüchtlinge und Ob- dachlose!

Diskussionsabend Mittwoch, 10. April, 19:00 Uhr - Ev.Luth. Kirchengemeinde, Merken- straße 4

Fanny Dethloff (Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche), Antje Möller (Bürgerschaft/Grüne), Mehmet Yildiz (Bürgerschaft/DIE LINKE/DIDF), Christoph Twickel (engagiert im Netzwerk Recht auf Stadt), Franz Forsmann (Pro Asyl)

Kulturelle Leckerbissen: Michael Ostendorf und Uwe Böhm

Momentan scheint es in Billstedt nur noch ein Thema zu geben: Es sollen 60 Asylbe- werberInnen auf der Fläche der alten Schule am Oststeinbeker Weg untergebracht werden. Dies wird von einem Teil der AnwohnerInnen aus den unterschiedlichsten Gründen abgelehnt. Es gibt Kritik, die aber niemals auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetragen werden darf, denn sie haben keinerlei Einfluss auf ihre Lebensgestaltung.

Wir glauben, dass das Bemühen einiger AnwohnerInnen gegen fremdenfeindliche Stim- mungen vorzugehen, ehrlich gemeint ist. Die Auseinandersetzung zum Thema Unterbringung von AsylbewerberInnen hat viele Facetten und es schwingen sicherlich auch fremdenfeindliche Töne mit, aber der zentrale Aspekt ist Angst! Wir müssen die Ängste ernst nehmen, aber uns nicht von ihnen leiten lassen. Wir dürfen menschen- verachtende Aussagen und Handlungen in unserem Stadtteil nicht dulden, denn uns ist ein friedfertiges Zusammenleben wichtig.

In Billstedt leben zirka 500 Flüchtlinge und Wohnungslose, die vor allem in Sammelun- terkünften untergebracht sind. Die Zahlen, mit denen die Anwohnerinitiative arbeitet, sind nachweislich so nicht richtig. Sie geht von 1200 Flüchtlingen und Wohnungslosen in Billstedt aus. Um auf diese Zahl zu kommen, haben sie einfach die Zahl der Flüchtlinge und Wohnungslosen aus dem eigenständigen Nachbarstadtteil Billbrook dazu addiert. Billstedt hat 70.000 Bewohner. Davon sind dann lediglich 0,7% Flüchtlinge und Wohn- ungslose.

Bei der Neuverteilung liegt Billstedt ganz am Ende. Nach uns vorliegenden Unterlagen kommen 300 Flüchtlinge und Wohnungslose nach Altona, 300 werden in Bergedorf untergebracht, Eimsbüttel soll 180 Menschen aufnehmen, Hamburg Nord insgesamt 348 und die Zahlen für Harburg und Wandsbek sind noch offen.

Überall gibt es aber dieselbe Ablehnung!

Es haben sich schon Initiativen gegen die Unterbringung gebildet und in einigen mischen rechte Gruppierungen nach unseren Informationen bereits kräftig mit! Dies müssen wir hier gemeinsam verhindern!

Wichtig ist, dass wir unsere Einstellung gegenüber diesen Menschen ändern, denn nur dann können wir eine politische Lösung finden, die den Flüchtlingen und Wohnungslosen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht!

Nicht Menschen sind das Problem, sondern die sozialen Bedingungen unter denen sie leben.

Massenunterkünfte auflösen!

Die Ablehnung wird mit einigen Argumenten unter- füttert. So wird behauptet, dass der Stadtteil Billstedt weiter abgewertet wird, wenn Flüchtlinge nach Billstedt kommen.

Das geht in unseren Augen klar am Kern des Themas vorbei und es verfestigt sich der Ein- druck, dass das Argument nur vorgeschoben wird, denn wenn diese Besorgnis um den „Ruf bzw. Wert“ unseres Stadtteils Billstedt ehrlich wäre, hätten wir einen Sturm der Entrüstung gegen die menschenunwürdigen Zustände in den Flüchtlingsunterkünften Billstieg, Mattkamp usw.? Hätten wir einen Sturm des Protestes gegen die soziale Spaltung auch in diesem Stadtteil? Würden wir aufbegehren gegen die Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen? Würden wir aufschreien, wenn der neue Hartz IV-Atlas vorliegt?

Welche Kriterien legen wir für die Wertigkeit eines Stadtteils an?

Darüber wollen wir auf der Veranstaltung gemeinsam diskutieren, um über diesen Weg auch Forderungen zu entwickeln, mit denen sich die Lebensbedingungen von Flücht- lingen und Wohnungslosen verbessern lassen.

Unterstützer der Veranstaltung: Verikom, Michael Ostendorf, DIE LINKE, Grüne, Die Piraten-Fraktion, Ev.-Luth. Kirchengemeinde in Schiffbek und Öjendorf, DIDF Hamburg, DIDF-Jugend Hamburg, Migrantinnen Bund Hamburg


VON: MIGRANTINNEN BUND HAMBURG






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