Information zum 1. Mai

01.05.13
HamburgHamburg, Wirtschaft, Arbeiterbewegung 

 

von Neupack-KollegInnen

Die beiden Flugblätter wurden am 1. Mai beim Demonstrationszug und bei der Abschlußkundgebung von Streikenden der Firma Neupack und KollegInnen des Soli-Kreises verteilt.

Wir sind die Streikenden der Firma Neupack und stellen Verpackungen für Nahrungsmittel her wie Joghurt- und Sahnebecher. Wir streiken seit dem 1. November 2012 vergeblich für einen Tarifvertrag. Die Firma hat bisher 60. Streikbrecher (ehemalige Zeitarbeiter aus Polen.) in HH-Stellingen und Rotenburg befristet eingestellt.

Ein schwerer Schlag für uns, ein weiterer Schlag gegen uns war am 24.01.13 die Umwandlung von unserem Streik in ein Flexistreik. Wir wurden zur Arbeit geschickt und mussten die fast leeren Lager füllen und die Streikbrecher auch noch anlernen. Seitdem waren wir zum größten Teil am Arbeiten.

Wir nennen inzwischen diese Methode Flexiverarschung. Der Betriebsrat verhandelt über eine Betriebsvereinbarung und die Gewerkschaftsvertreter sitzen mit am Tisch. Wir stimmen mit der Gewerkschaft in Hannover nicht überein, Differenzen sind da. Die IG BCE will alles aus Hannover entscheiden. Der örtliche Blick ist wichtig.

Aber wir wollen selber über unseren Streik bestimmen, weil wir über die Verhältnisse in Betrieb am besten Bescheid wissen und vielleicht dadurch fähig sind Neupack zur Vernunft zu bringen. Während des Streiks gab es etliche Zusammenstöße zwischen Streikenden und Streikbrechern. Mehrere Kollegen, darunter unser Betriebsrats-Vorsitzender Murat Günes fallen, bis her nicht unter die Maßregelungsklausel. Ihnen werden von Neupack Offizialdelikte vorgeworfen. Wir stehen besonders hinter dem Betriebsratsvorsitzenden: Einer für alle – Alle für einen. Wir erwarten von der IG BCE- Führung, daß sie eine entsprechende Maßregelungsklausel durchsetzt.

Kommt in den Doerriesweg 15 | 22525 Hamburg |und lasst euch von uns informieren!

Am Besten in unseren Pausen von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr und 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr.

Die Streikenden von Neupack-Stellingen

IGM-Kollege: IG BCE-Führung begeht Verrat!

Der Kollege Niels Hanßen, jahrzehntelanges Mitglied der IGM, Betriebsrat und Arbeitsrichter hat einen empörten Brief an die IG BCE in Hamburg geschrieben. Hier ein Auszug:

“Aus Ihrer Streikinfo geht hervor, dass sich Streikende in zulässiger Weise und Streikende in unzulässiger Weise beteiligt haben. Diese Kategorisierung wurde doch wohl vom Arbeitgeber und nicht von Ihnen vorgenommen.

Ich nehme mal an, dass es allen Streikenden darum ging, die nicht menschengerechten Arbeitsbedingungen bei Neupack zu beenden und nicht willentlich gegen irgendwelche Gesetze zu verstoßen?

Deswegen ist es ungeheuerlich, dass Sie die Rücknahme der Maßregelungen für die „legalen Streiker“ in das Verhandlungspaket mit aufgenommen haben und für die vom Arbeitgeber angeschuldigten „illegalen Streiker“ explizit nicht. Eine Gewerkschaft darf eine solche Kategorisierung bei Streikbeteiligungen nicht akzeptieren.

Sie erwecken den Anschein, dass sie die Meinung des Arbeitgebers teilen und die Betroffenen somit dem zufälligen Urteil eines Arbeitsgerichtes, im schlimmsten Fall der Strafjustiz, überlassen.

Kann sich überhaupt ein Richter oder auch jemand anders, der nicht die ganze Zeit an diesem Arbeitskampf teilgenommen hat, in die Lage der Streikenden und insbesondere derer, denen eine besondere Verantwortung während des Streikes zukommt, versetzen? Eigentlich nicht.

Das habe ich während meines 23jährigen Ehrenamtes als Arbeitsrichter beim Arbeits- und Landesarbeitsgericht beobachten müssen.

Ein enormer psychischer Druck lastet auf den Kollegen in diesem Spannungsfeld von Streikbrechern, Arbeitgeber Propaganda und Sicherheitsdienst mit Wachhunden am Werktor, also die gesamte aufgefahrene gesetzlich geschützte Übermacht des Arbeitgebers.

Deswegen ist eine Solidargemeinschaft wie die Gewerkschaft verpflichtet, solange es irgendwie möglich ist, seine Mitglieder nicht in die Klauen des Arbeitgebers zu geben, sondern sich schützend vor sie zu stellen. Es wäre im Rahmen der Verhandlungen eine wunderbare Gelegenheit dazu gewesen und nicht nur die Selbstgänger, die „legalen Streiker“ zu verhandeln. Das noch als Erfolg zu vermarkten ist beschämend.

Mit Ihrer Haltung haben Sie die Kolleginnen und Kollegen bei Neupack und darüber hinaus nicht gerade ermutigt, sich in Zukunft an Streikaktionen zu beteiligen, zumal die Kolleginnen und Kollegen erleben mussten, dass ihnen arbeits

 

 

 


VON: NEUPACK-KOLLEGINNEN






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