Kulturpolitik SH

18.06.19
Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein, Kultur, News 

 

Von DIE LINKE. Schleswig-Holstein

Christian Schwandt, der Direktor des Theater Lübecks, hat zu Ende Juli gekündigt. Es sei nicht mehr möglich unter den finanziellen Rahmenbedingungen zu arbeiten, die die Landesregierung aus CDU, FDP und Grünen vorgibt. Seit Jahren war die Steigerung der Landesförderung um 1,5 Prozent pro Jahr weit hinter der Steigerung der Kosten für das Personal von etwa 4 Prozent pro Jahr zurückgeblieben. Schwand warf der Jamaika-Koalition Verfassungsbruch vor. Schließlich ist sie verfassungsmäßig für die Förderung der Kultur im Land zuständig. Die Kulturschaffenden hätten aber den Eindruck, dass Kulturpolitik „den absolut letzten Stellenwert“ für die Landesregierung hätte.

„Ich kann Herrn Schwandt nur Recht geben, wenn er sagt, dass Schleswig-Holstein seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Kultur im Land angemessen zu fördern.“, sagt Lorenz Gösta Beutin, Bundestagsabgeordneter und Landessprecher der LINKEN Schleswig-Holstein. „Unser Land ist bereits heute ganz hinten mit dabei, wenn es um die Förderung von Kultur geht. Als 2015 bundesweit vergleichende Zahlen dazu erhoben wurden, hatte nur Rheinland-Pfalz einen kleineren Anteil des Landeshaushalts für Kultur vorgesehen. Im Bundesschnitt wurden 127 € pro Einwohnerin für Kultur ausgegeben, in Schleswig-Holstein waren es gerade mal 69 €. Kultur ist hier völlig unterfinanziert. Das gilt für Kultur in öffentlicher Trägerschaft, wie dem Theater Lübeck und auch für die freie Szene, die in Schleswig-Holstein mit besseren Almosen auskommen muss.

Der Rücktritt von Herrn Schwandt zeigt deutlich, dass die jetzige Landesregierung aus CDU, FDP und Grünen nichts tut, die bereits bescheidene Situation substantiell zu verbessern.“, so Beutin weiter. „Wenn Kulturministerin Prien jetzt erstaunt verkündet, sie verstehe den Schritt nicht, sie hätte den Landeszuschuss doch von 1,5 Prozent auf 2,5 Prozent erhöhen wollen, ist das zynisch und zeugt von einem Unverständnis gegenüber den Arbeitsbedingungen in den seit Jahren ausgebluteten Kultureinrichtungen, das erschreckend ist. Nach Jahren der Unterfinanzierung einem Haus, das bereits am Rande der Arbeitsfähigkeit angekommen ist, als gute Nachricht verkaufen zu wollen, dass der weitere Anstieg der Unterfinanzierung etwas langsamer stattfinden wird, braucht schon einen hohen Willen zur Realitätsverweigerung.“







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