Ärzteversorgung: Extremes regionales Ungleichgewicht in Bayern

01.04.15
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MdB Weinberg: „Für gleichwertige Lebensverhältnisse und gegen Zwei-Klassen-Medizin – Private Krankenversicherung abschaffen!“

Von DIE LINKE. Bayern

In Bayern existieren extreme regionale Unterschiede bei der Versorgung mit niedergelassenen Fach- und Allgemeinärzten. Im Freistaat liegen mit dem südlichen Landkreis Passau (Versorgungsgrad: 183,4 Prozent) sowie Oberstdorf (173,9 Prozent) zwei der drei Regionen mit der größten Überversorgung Deutschlands und gleichzeitig das Bundes-Schlusslicht: Im Ansbacher Umland herrscht mit einem Versorgungsgrad von nur 56,7 Prozent akuter Ärztemangel[1].

Nicht zuletzt aufgrund des hohen Alters vieler niedergelassener Ärzte droht weiteren Regionen eine Unterversorgung. Sieben von neun Mittelbereichen in den alten Bundesländern, denen seitens der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) erhebliche Engpässe prognostiziert werden, liegen in Bayern. Betroffen sind Bayreuth, Bogen, Haßfurt, Moosburg/Isar, Selb, Viechtach und Vilsbiburg[2].

Der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Harald Weinberg, sieht bei der Gesundheitsversorgung den Grundsatz der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Freistaat grob verletzt: „Hier klafft Anspruch der Staatsregierung und Wirklichkeit meilenweit auseinander.“ Als Ursache der Ungleichgewichte streicht Weinberg die Quote der Privatversicherten heraus. Laut einer Studie der Ludwig-Maximilian-Universität München bedeuten ein Prozent mehr Privatversicherte zwischen zwei und drei Fachärzte pro 100.000 Einwohner mehr[3].

„DIE LINKE steht für die Abschaffung der Privaten Krankenversicherung als Vollversicherung, weil wir keine Zwei-Klassen-Medizin wollen und damit gleichzeitig strukturschwache Regionen bei der Gesundheitsversorgung stärken“, folgert Weinberg aus den vorliegenden Zahlen: „Unser Ziel ist eine solidarische Gesundheitsversicherung, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen.“

Der Ansatz des Versorgungsstärkungsgesetzes, in überversorgten Regionen mittels dem Aufkauf von Arztsitzen durch die KV Ungleichgewichte abzubauen, greife zu kurz. Auch auf Landesebene müsse man dem Ärztemangel entgegenwirken, fordert der mittelfränkische Abgeordnete: „Der Freistaat muss die Kommunen in ihrem Bemühen, Anreize für die Gewinnung von Fach- und Allgemeinärzten zu schaffen, aktiver unterstützen. Ein Element kann hierbei die gezielte Förderung des Aufbaus von Versorgungszentren mit kommunaler Beteiligung in unterversorgten Gebieten sein.“

 


[2] ebenda

[3] https://aerztedichte.faktencheck-gesundheit.de/detailansicht/artikel/viele-privatpatienten-viele-aerzte-erste-empirische-studie-untersucht-zusammenhang/







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