"Tätliche Auseinandersetzungen" in der LEA Ellwangen?

11.10.20
Baden-WürttembergBaden-Württemberg, Bewegungen, News 

 

Von Freundeskreis Flüchtlingssolidarität

Wieder ist die LEA Ellwangen in den Medien – durch einen Polizeieinsatz, in dessen Verlauf ein Mann mitgenommen wurde. Was war geschehen? Die Informationen, die wir von Bewohnern erhalten haben, werfen ein ganz anderes Licht auf die „tätlichen Auseinandersetzungen“, von denen berichtet wurde: Es ging wohl um einen Mann aus Algerien – schon älter, kein Jugendlicher mehr – der schon jahrelang (von neun Jahren war die Rede!) von Aufnahmeeinrichtung zu Aufnahmeeinrichtung „weitergereicht“ wurde. Das ist zermürbend, und er war müde, lebensmüde – doch seine Ankündigung, er wolle sich jetzt das Leben nehmen, ließen die anderen Bewohner nicht einfach auf sich beruhen, sondern versuchten, ihn davon abzuhalten. Dies eskalierte dann wohl - doch anstatt die Suizidalität zu erkennen und dem Mann die notwendige psychiatrische Behandlung zu geben, wurde von der Polizei offenbar sogar Tränengas eingesetzt. Was für eine unwürdige Behandlung eines Menschen, der offenbar seelisch am Ende ist! Wir fragen: Wo ist dieser Mann jetzt? Wird ihm endlich ärztliche Hilfe zuteil? Warum wird ein Mensch so viele Jahre lang in Erstaufnahmeeinrichtungen festgehalten? Welche Schlüsse werden aus solchen Vorkommnissen gezogen? Und wie ist dies zu vereinbaren, mit den Vorhaben, „Ankerzentren“ zum Normalfall zu machen?

Wir protestieren gegen diese Politik, weil sie menschenverachtend ist, weil sie Menschen zermürbt, seelisch krank macht und fordern ein Bleiberecht für alle Flüchtlinge auf antifaschistischer Grundlage!







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