Universitätsbibliothek Freiburg: Pleiten, Pech, Pannen und mangelnde Nachhaltigkeit


11.03.19
Baden-WürttembergBaden-Württemberg, Umwelt, Bewegungen 

 

Von BUND Südlicher Oberrhein

Die erneuten, aktuellen Fassadenprobleme der Freiburger Universitätsbibliothek bestätigen die Kritik des BUND in der Planungs- und Bauzeit. Schon in der Abrissphase der alten Freiburger UB hatte der BUND Kritik an der extrem kurzen, teuren Nutzungsdauer des alten Gebäudes geübt. Die Ästhetik des anspruchsvollen Baus war nie Inhalt unserer Kritik. Doch immer wieder hatten wir gerade in der „Green City“ einen nachhaltigen, langlebigen energiesparenden Neubau gefordert.

"Aspekte der Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und der Folgekosten haben bei vielen öffentlichen Bauten der letzten Jahrzehnte keine große Rolle gespielt und weil es keine Debatte dazu gab und gibt, ist dies auch heute teilweise noch so. Der Staat hat nicht genug Geld um kurzlebige Bauten zu erstellen." (Zitat aus einer der vielen damaligen Presseerklärungen).

Unsere konstruktive Kritik und Vorschläge sind allerdings nicht angekommen. ( Auf gut Badisch: „Es war, wie wenn mer ä Ochs ins Horn pfezt“)

 

Die Nutzungsdauer ist kurz, die Mängelliste ist lang:

*Die „unerwartete“ Blendwirkung der Fassade

*Die Fassade war an manchen Stellen schon undicht

*Der Boden in der Eingangshalle war gebrochen

*Eine nicht funktionierende schräge Tür musste durch eine gerade Tür ersetzt werden

*Bleche der Fassadenverkleidung fallen herab

*Beschäftigten der UB klagen über schlechte Luft in ihren Büros, tränende Augen und ausgetrocknete Schleimhäute

 

Gerade den letzten Punkt der Liste halten wir für besonders bedenklich. Schon nach wenigen Jahren UB-Betrieb sehen wir die zunehmenden Probleme des Gebäudes und sehen uns in unserer frühen Kritik leider bestätigt. Immer noch wird bei öffentlichen Planungen und Bauten hauptsächlich auf die Optik, die aktuellen Baukosten und viel zu wenig auf Langlebigkeit und die künftig anfallenden Reparaturen geachtet. Ob es langfristig kostengünstig ist, bei öffentlichen Ausschreibungen den billigsten Anbieter nehmen zu müssen, bezweifelt nicht nur der BUND.

Wir erleben nicht nur am Oberrhein und in Freiburg, wie das Land mit einer teuren Infrastruktur, mit Beton und Asphalt überzogen wird, wie der Flächenverbrauch anhält und Natur verschwindet, wie billig gebaut wird, während gleichzeitig Städte, Land und Bund nicht in der Lage sind, die bestehende Infrastruktur zu unterhalten.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz