Hubertusmesse in Alfdorf: Verein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg kritisiert kirchlichen Segen für Jäger*innen

06.11.19
Baden-WürttembergBaden-Württemberg, Umwelt, Kultur 

 

Von Menschen für Tierrechte

Am Samstag findet in der Stephanuskirche in Alfdorf im Rems-Murr-Kreis eine Hubertusmesse statt. Jägerinnen und Jäger holen sich hier für ihr Töten den kirchlichen Segen. Die Tierrechtsorganisation Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V. übt scharfe Kritik an der Kirchengemeinde für die Durchführung dieses Gottesdienstes.
Im Vorfeld hatte sich der Tierrechtsverein mit einem Brief an den Pfarrer der Gemeinde gewandt und bat darin, zukünftig keine Hubertusmessen mehr abzuhalten. In seinem Antwortschreiben gab der Geistliche zwar an, selbst Tierschützer zu sein, jedoch sehe er die Jagd nicht im Widerspruch dazu.

Hubertusmessen bilden vielerorts den Auftakt für grausame Drückjagden. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz veröffentlichte dazu Ergebnisse, die zeigen, dass bei diesen Drückjagden bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort sterben. Die angeschossenen Tiere flüchten in ihrer Todesangst und schleppen sich manchmal noch tagelang mit schlimmen Verletzungen durch den Wald bevor sie schließlich sterben, sollten sie bei der Nachsuche nicht gefunden werden.
Nicht nur Wildtiere, auch Haustiere und Menschen werden regelmäßig durch Jagdwaffen verletzt oder getötet.

„Das Christentum ist eine Religion, die für Barmherzigkeit, Achtung vor dem Leben und Nächstenliebe steht“, so Stephanie Kowalski, Tierärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Menschen für Tierrechte. „Die Ausrichtung einer Hubertusmesse steht dazu im absoluten Widerspruch und vermittelt völlig falsche Werte.“

Trotzdem feiert die Kirche jedes Jahr mit Jägerinnen und Jägern landesweit die Hubertusmessen und gibt diesem tödlichen Sport damit ihren Segen. Zumal Hubertus Überlieferungen zufolge der Jagd entsagte, nachdem Gott sich ihm während einer Jagd in der Gestalt eines Hirsches offenbarte. Völlig zu Unrecht werden in seinem Namen Jagdmessen abgehalten.

Menschen für Tierrechte fordert die Kirchengemeinde daher mit Nachdruck dazu auf, künftig keine Hubertusmesse mehr abzuhalten. Stattdessen schlagen sie einen ökumenischen Segnungsgottesdienst für Mensch und Tier vor, im Sinne von Albert Schweitzer und Franz von Assisi. Weitere Informationen Auswirkungen der Jagd







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