Kein grünes Licht für Radler: scharfe Kritik an der geplanten grundhaften Sanierung der August-Bebel-Straße in Sprendlingen

14.09.18
HessenHessen, News 

 

Von Bürger für Dreieich

Fraktion Bürger für Dreieich fordert alternative Planung

„Die heute Abend im Bürgerhaus Dreieich vorgestellte Planung zur grundhaften Sanierung der August-Bebel-Straße in Dreieich Sprendlingen nimmt auf die Belange der Radfahrer zu wenig bis gar keine Rücksicht“, sagt Natascha Bingenheimer von der Fraktion Bürger für Dreieich.

„Es ist zu begrüßen, dass die Straße über die gesamte Länge zwischen Eisenbahnstraße und Fichtestraße in eine 30-Kilometerzone überführt werden soll, dass es Verkehrsinseln gibt, dass sie am Ende beim Bürgerhaus in einen Kreisel mündet, der die Verkehrssituation sicher für alle Verkehrsteilnehmer entschärfen und beruhigen wird.“

„Völlig unverständlich ist jedoch, dass über die gesamte Länge der Beplanung die überdimensionierte Anzahl von insgesamt 77 Parkplätzen - in den Stichstraßen und als Parkbuchten am Rande - geschaffen werden sollen“, führt die Fraktionsvorsitzende weiter aus.

Bei den direkt am Rande der August-Bebel-Straße vorgesehenen Parkbuchten führt dies dazu, dass neben einem zwei Metern breiten Gehweg weitere zwei Meter Platz für den ruhenden Verkehr benötigt werden. Die Fahrbahnbreite hat dann sechs Meter und gibt keinerlei Möglichkeiten für die Einrichtung von Fahrradschutzstreifen mehr her.“

„Die geplante Geschwindigkeitsbegrenzung in der Kombination mit Fahrbahnverschwenkungen kann die Problematik nur dann bedingt entzerren, wenn sich die Autofahrer an die Begrenzung halten, und diese auch mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zum Radler überholen. Die Wirklichkeit auf deutschen Straßen sieht jedoch ganz anders aus, wie jeder Radfahrer weiß.“

„Bei der Planung wurden unserer Auffassung nach die Radfahrer entweder vergessen oder aber die Prioritäten so gesetzt, dass die Automobilität - fahrend und ruhend - im Fokus gestanden haben muss. Eine echte Verkehrswende sieht anders aus, denn eine echte Verkehrswende fördert alternative Mobilität.“

Der Plan muss unserer Auffassung noch einmal gründlich überarbeitet werden. Was andere Städte wie Freiburg oder Münster hinbekommen, das sollte auch hier möglich sein, vor allen Dingen, nachdem die Stadt ein Leuchtturmprojekt wie die Fahrradstraße hinbekommen hat.“

„Die August-Bebel-Straße ist im jetzigen Zustand für Radler ein sehr gefährliches Pflaster - Geschwindigkeitsüberschreitungen, zu dichtes Auffahren von Pkws, zu wenig seitlicher Abstand beim Überholen - und wir haben erhebliche Zweifel daran, dass der vorgelegte Entwurf zu einer wirklichen Verbesserung der Situation beitragen wird.“

„Eine wirklich fortschrittliche Verkehrspolitik sieht anders aus als das, was in dem Planungsentwurf - der übrigens sehr interessierten Zuhörerschaft - vorgestellt worden ist. Die Diskussion mündete unter anderem in einen durchaus emotional geführten Diskurs, wie die Belange der Autofahrer, der Radfahrer, Fußgänger und die des ruhenden Verkehrs in Einklang gebracht werden können.“







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