Bayreuther Erklärung

29.10.19
HessenHessen, Kultur, News 

 

„Wir fordern eine Erklärung!“ – wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hessen entsetzt über die Bayreuther Erklärung der Universitäts-Kanzlerinnen und -Kanzler

Von GEW Hessen

Die Initiative für gute Arbeit an hessischen Hochschulen, ein Zusammenschluss von Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie Promovierenden, ist über die jüngste Bayreuther Erklärung der Kanzlerinnen und Kanzler deutscher Universitäten empört. Sie fordert in einem offenen Brief an die hessischen Universitäten, dass ihre Hochschulleitungen zur Bayreuther Erklärung universitätsöffentlich Stellung beziehen. Zudem soll in den Gremien über die Einrichtung zusätzlicher Dauerstellen diskutiert werden. Das wissenschaftliche Personal ist mehr als „Nachwuchs“, sondern wesentlicher Träger von Forschung und Lehre. Die Bayreuther Erklärung hat das bestehende Befristungsunwesen an den Hochschulen verteidigt und damit die Debatte über akademische Karrierewege neu angeheizt.

 

Für die Initiative kritisiert Dr. Simone Claar, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel: „Diese Stellungnahme der Kanzlerinnen und Kanzler ist nicht nur unsachlich, sondern zum jetzigen Zeitpunkt auch völlig unangemessen. Wir sind schockiert über den Duktus, in dem berechtigte Interessen der Mitarbeitenden hier wahrgenommen werden.“ Die Kanzlerinnen und Kanzler hatten in ihrer Erklärung behauptet, durch umfangreiche Entfristungen werde der Ausbildungsauftrag der Hochschule unterlaufen. „Niemand fordert die Entfristung aller Beschäftigten, sondern lediglich die notwendige Korrektur einer aus dem Ruder gelaufenen Entwicklung“, hält Dr. Bianca Prietl, Mitarbeiterin an der Technischen Universität Darmstadt, der Kanzlerin und den Kanzlern der hessischen Universitäten entgegen.

Die Initiative möchte mit ihrem offenen Brief auf die Anliegen des „Mittelbaus“ aufmerksam machen und sich für mehr unbefristete Beschäftigung an Hessens Hochschulen einsetzen. Carsten Hoffmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg, kann sich diese Positionierung seitens des Kanzlers seiner Universität nicht erklären: „Herrn Nonne haben wir bisher immer als Kanzler wahrgenommen, der die Anliegen und auch Zukunftssorgen seiner Beschäftigten ernst nimmt. Eine solche Haltung passt nicht zu ihm.“

Den offenen Brief haben 20 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Hessen unterzeichnet. In der landesweiten Initiative sind gut 200 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammengeschlossen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW) sowie ver.di Hessen arbeiten in der Initiative mit dem Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGA Wiss) zusammen. Der Brief ist online zu finden unter: https://cutt.ly/KexX0Cz

 







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