"Lebensgestaltung-Ethik-Religion" (LER) soll konfessionellen Religionsunterricht ersetzen


09.01.08
PolitikPolitik, Saarland 

 

Saar Jusos hoffen in Sachen Bildungspolitik auf Einsicht der Ministerin

Saarbrücken (sk) - Der saarländische SPD-Nachwuchs setzt in Sachen G8, Ganztagsschulen und Islamunterricht ganz auf die Einsicht von Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer. Der Vorsitzende Sebastian Thul hierzu: „Frau Kramp-Karrenbauer hat es nun in der Hand idologische Grabenkämpfe in der Bildungspolitik zu überwinden und mit Experten gemeinsam Auswege aus der attestierten Bildungsmisere zu finden."

Die Jusos stellen sich hinter die Forderung der GEW nach Einführung von echten Ganztagsschulen, insbesondere im Hinblick auf eine 34 Wochenstundenanzahl bei G8-Gymnasiasten. Stützunterricht und eine Entrümpelung der Lehrpläne sind Schritte in die richtige Richtung gehen aber nicht weit genug. Seit Jahren fordern sowohl die Jusos, als auch die SPD Saar ein Umlenken der Landesregierung in Sachen Ganztagsschule. „Zuletzt scheiterte der Versuch, die Erweiterte Realschule in Neunkirchen in eine echte Ganztagsschule umzuwandeln am Wiederstand des ehemaligen Kultusministers Schreier", so Thul. Dabei hatte zum damaligen Zeitpunkt sowohl die Schulleitung als auch die CDU-Kreistagsfraktion eine entsprechende Forderung an das Ministerium gestellt. „Bisher fehlte es im Bildungsministerium an rationalen Argumenten gegen eine flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen, wir hoffen das unter der Ministerin die Expertenmeinungen Gehör finden und ein Richtungswechsel vollzogen wird", so Thul weiter.

In Sachen Islamunterricht begrüßen die Jusos den Vorstoß einiger saarländischer Muslime. Als integratives Angebot wertete Thul den Vorschlag, deutschsprachigen Islamunterricht an den Schulen, unter Beratung durch den zukünftigen Dachverband der Muslime, einzuführen. Mittelfristig sollte jedoch ein Unterrichtsfach "Lebensgestaltung-Ethik-Religion" (LER) jeden konfessionellen Religionsunterricht ersetzen. Das Fach wird seit 1996 an brandenburgischen Schulen und nun auch an Berliner Schulen unterrichtet. Die Jusos fordern nun auch die schrittweise Einführung des „LER-Unterrichts" an saarländischen Schulen. „Gemeinsame Werte zu lehren gelingt am besten in einem religionsübergreifenden Unterricht, der auf Grundlage eines humanistischen Menschenbildes, sowohl konfessionelle als auch konfessionslose SchülerInnen anspricht", so Thul abschließend.







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