Einschränkungen beim Kündigungsschutz: Zehn Millionen Beschäftigte wären zukünftig ohne Absicherung durch das Kündigungsschutzgesetz.


Bildmontage: HF

08.10.09
PolitikPolitik, Wirtschaft, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

Durch eine Verlängerung der Wartezeit verlören darüber hinaus auch in größeren Betrieben die Hälfte der Gekündigten den Schutz durch das Kündigungsschutzgesetz. So die Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung (HBS).
Zur Zeit gilt der Kündigungsschutz erst in Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten. Steigt der Schwellenwert für den Kündigungsschutz auf 20 Beschäftigte, dann fielen zusätzlich mehr als 300.000 Betriebe mit vier Millionen Beschäftigten aus dem Geltungsbereich des Gesetzes zum Kündigungsschutz heraus. Dadurch stünden zehn Millionen Beschäftigte bei einer ungerechtfertigten Kündigung ohne Schutz durch das Kündigungsschutzgesetz - ca. 30 Prozent aller abhängig Beschäftigten in Deutschland, so die WSI-Auswertung.
Die Kündigungsschutz-Gegner wollen auch die Wartezeit für die Anwendung des Gesetzes anheben: Statt nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit wären Lohnarbeiter (- und Angestellte) dann erst nach zwei Jahren durch das Kündigungsgesetz geschützt.
Würde eine längere Wartezeit auf den Kündigungsschutz eingeführt, bliebe jeder Neueinsteiger in Lohnarbeit für zwei Jahre ohne Kündigungsschutz.
"In und nach der aktuellen Wirtschaftskrise würde sich eine Einschränkung des Kündigungsschutzes drastisch auswirken. Das ist Widersinnig, weil sich in dieser Krise klar zeigt, welchen Wert das Arbeitsrecht hat: Es ist ein wichtiger gesellschaftlicher Stabilitätsfaktor, denn es gibt Millionen Menschen das Gefühl von Berechenbarkeit"[?] , sagt Heide Pfarr, Professorin für Arbeitsrecht und Wissenschaftliche Direktorin des WSI.

Mehr zur Einschränkung und Beseitigung des Kündigungsschutzes beim WSI: http://www.boeckler.de/320_97755.html

Siehe auch: BöcklerImpuls 15/2009: Kündigungsschutz - Berechenbarkeit für Millionen. - Hoher Schwellenwert gefährdet Kündigungsschutz:
http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2009_15_6.pdf







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