Wie links darf mensch in DIE LINKE sein?


Bildmontage: HF

15.03.08
PolitikPolitik, Debatte, Linksparteidebatte, TopNews 

 

Die folgende Rede hielt in Bremen ein Vertreter der Jugendorganisation "solid.org" anlässlich einer Ehrung der Kämpfer für die deutsche Räterepublik.
Die Linkspartei weigerte sich, die Rede auf ihrer Homepage zu veröffentlichen.
 
Wenn wir heute hier stehen, am Denkmal der gefallenen Verteidiger der Bremer Räterepublik, dann ist dies auf den ersten Blick eine Sache der Vergangenheit. Eine vergangene Rebellion aus vergangenen Zeiten.
Der Anlass für die Aufstände war damals 4 Jahre Weltkrieg, millionenfacher Tod im Gaskrieg und Elend in der Heimat. Heute tobt hier hier kein Krieg mehr vor unserer Haustür. Doch die gesellschaftlichen Verhältnisse, welche damals Elend und Ausbeutung produziert haben sind heute immer noch dieselben. Auch heute noch wütet der globale Kapitalismus, ob in ungezählten Kriegen oder im tagtäglichen Elend, bei der Lohnarbeit oder im tagtäglichen Kampf vieler Millionen um ein Minimum an Überleben.

So wird die Bremer Räterepublik hoffentlich nicht der letzte Versuch sein, kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung endgültig abzuschaffen. Wenn wir die bestehende Gesellschaftsordnung ernsthaft umstürzen wollen, können wir uns an den Erfahrungen früherer Versuche orientieren. Die Fehler von damals sollten wir nicht wiederholen.

Darum müssen wir uns fragen: Wie wurde in Bremen damals die Revolution ausgerufen?
Warum ist die Räterepublik nach derart kurzer Zeit gescheitert?
Was für einen Schluss schließen wir daraus, wie wollen wir heute in die sozialen Kämpfe gehen?

Die Bremer Räterepublik hat trotz des Mutes und der Tapferkeit ihrer VerteidigerInnen nicht geschafft, der Konterrevolution von Anfang an den Boden zu entziehen. Dies zeigt, dass wir in den nächsten revolutionären Projekten von Anfang an weitergehen müssen. Wir müssen von vorn herein die Forderung nach dem gesellschaftlichen Ganzen stellen: Die gesamte Produktion muss vergesellschaftet werden!

Das klingt erstmal wie eine verstaubte Losung aus vergangenen Jahrhunderten.
Wenn wir aber den Blick auf den marktwirtschaftlichen Normalwahnsinn richten und beispielsweise sehen, wie bei Nokia mal eben 2300 KollegInnen vor der Entlassung stehen, ist die kämpferische Selbstorganisation der Menschen umso mehr die notwendige Perspektive!
Die peinlichen Boykott-Aufrufe der PolitikerInnen sind dagegen nichts anderes als konkurrierende Standortpolitik, die als Teil dieser Verhältnisse von uns bekämpft werden muss!
In der Bremer Räterepublik wurde zögerlich die Koexistenz mit dem Beamten- und Behördenapparat eingegangen. Genau das entpuppte sich als fataler Fehler, der leider nur all zu oft wiederholt wurde.
Wir sollten also von vorn herein beginnen die Institutionen der alten Gesellschaft zu zerschlagen. An die Stelle der Diktatur des Kapitals, muss die Abschaffung jeder Herrschaft durch die Ausgebeuteten treten!
An die Stelle von Bürgermeistern, Senatoren und Beamten müssen Selbstverwaltung und Selbstorganisation treten, an die Stelle des Zwanges das selbstbestimmte Leben für Alle.
Wenn wir heute hier stehen, dann ist das keine Frage der Vergangenheit, dann ist das eine Frage des Heute, des Morgen und wenn es da nicht klappen sollte, des Übermorgen. Also sagen wir heute, wie damals:
Für die soziale Revolution -- für den Kommunismus!







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