Erster Fachtag #Vielfalt - Gender und Queerness in der Kinder- und Jugendarbeit

31.03.22
SozialesSoziales, NRW, TopNews 

 

Von FH Münster

Veranstaltung an der FH Münster bringt mehr als 100 Teilnehmer*innen digital zusammen

Trans*, Inter*, Queer, Divers - all diese Begriffe werden heutzutage immer geläufiger und selbstverständlicher benutzt. Es gibt die Ehe für alle, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, den Geschlechtseintrag „divers“. Also alles bunt und alles gut? Leider nein: Kinder und Jugendliche, die mit dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht übereinstimmen oder die nicht heterosexuell sind, erleben auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben immer noch vielfach Diskriminierung und Benachteiligung. Daher benötigen sie während ihrer Identitätsentwicklung sensible Unterstützung. Wie Fachkräfte der Sozialen Arbeit sie ihnen am besten geben können, war Thema des Fachtags #Vielfalt - Gender und Queerness in der Kinder- und Jugendarbeit. Die von der FH Münster in Kooperation mit der Stadt Münster organisierte Veranstaltung hat zum ersten Mal stattgefunden - per Videokonferenz.

„Neue Begriffe und neue Gesetze machen das Feld Gender und Queerness unübersichtlich“, erläutert Anne Rauber vom Fachbereich Sozialwesen. „Viele Wissenschaftler*innen und Fachkräfte haben Fragen und Unsicherheiten im Umgang mit diesen Themen, und die Umsetzung in die sozialarbeiterische Praxis stellt eine große Herausforderung dar.“ Daher entwickelte die wissenschaftliche Mitarbeiterin gemeinsam mit Prof. Dr. Irma Jansen und Sarah Braun, der Leiterin des städtischen Amtes für Gleichstellung, die Idee, einen Fachtag zu organisieren. „Wir wollten die Teilnehmer*innen auf den neusten Stand aus der Wissenschaft bringen, konkrete Beispiele aus der Praxis aufzeigen und Raum für kollegialen Austausch bieten.“

Und dafür haben sie zusammen mit Ramona Geßler vom Referat für Weiterbildung des Fachbereichs Sozialwesen und Katharina Grützmacher, Jugendreferentin im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, ein buntes und informatives Programm auf die Beine gestellt: Am Vormittag gab es wissenschaftliche Impulse zu Themen wie „Geschlecht und Sexualität als Aspekte der pädagogischen Arbeit“, „Unterstützung und Begleitung von trans*identen Kindern und Jugendlichen in der Sozialen Arbeit“ oder „Vielfalt der Liebes- und Lebensmodelle in der Sozialen Arbeit“. Am Nachmittag präsentierten Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aus Münster und Umgebung Good-Practice-Beispiele: Unter anderem informierten das Track - LSBTI*-Jugendzentrum und Beratungsstelle in Münster über „Anforderungen an die queere Jugendarbeit“, die AWO Fachstelle Jugendarbeit und Sexualpädagogik Münster über „Sexualpädagogische Projekte mit Jugendlichen in Schulen“ und die FUMA Fachstelle für Gender und Diversität NRW über „Geschlechtliche Vielfalt, Inter* und Trans* in der pädagogischen Praxis“. In allen Vorträgen und Praxisforen gab es Gelegenheit zum Fragen stellen und zum Erfahrungsaustausch.

Bei den mehr als 100 Teilnehmer*innen ist das Format sehr gut angekommen: „Der Tag war super organisiert und super informativ!“ und „Top Moderation und super strukturiert“ - so einige der Rückmeldungen. Rauber und ihre Mitstreiter*innen ziehen ebenfalls ein positives Fazit: „Wir freuen uns über die vielen spannenden und anregenden Diskussionen und das gute Feedback. Das Interesse an den Themen Gender und Queerness ist eindeutig vorhanden, sodass wir uns durchaus vorstellen können, dass es eine Fortsetzung geben könnte.“ Auch Grützmacher betont: „Es ist klargeworden, dass der Bedarf der Fachkräfte sich mit diesen Themen intensiver auseinanderzusetzten sehr groß ist.“

Interessierte Fachkräfte haben bereits im September die Möglichkeit, das Thema an der FH Münster weiter zu vertiefen. Dann findet die Weiterbildung „Gendersensibles Handeln als Erfolgsstrategie - genderpädagogische Angebote für die Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen“ statt. Zudem plant das Referat Weiterbildung einen neuen Hochschulzertifikatskurs zu der Thematik. Weitere Informationen gibt es unter weiterbildung-sozialwesen.de.







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