Tag der älteren Generation am 4. April 2012

02.04.12
SozialesSoziales, Hessen, News 

 

In 50 Jahren wird es nach Schätzungen nur noch 4,9 Millionen Hessen geben, ein Minus von 6,5 Prozent. Kreise, die im Speckgürtel der Großstädte liegen, werden nicht so hart betroffen sein. Wir müssen uns aber auf die kommenden Veränderungen einstellen.

Die demografische Entwicklung führt es vor Augen: Die Bundesrepublik Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten ihr Gesicht entscheidend verändern. Die Zahl der älteren Menschen wird zunehmen, die der Jüngeren sinken. Der Tag der älteren Generation ist die Gelegenheit, um auf die Lebensleistung und Verdienste dieser Bevölkerungsgruppe zu blicken. Er soll auch genutzt werden, um sich für eine neue Kultur des Alters und Alterns zu engagieren und die vorherrschenden Bilder darüber zu hinterfragen.

Die Menschen werden aber nicht nur älter, es werden auch weniger.

Natascha Bingenheimer, Stadtverordnete in Dreieich, Kreisvorsitzende des Kreises Offenbach, spricht das Thema immer wieder im Dreieicher Stadtparlament an:  „Wirtschaft und Politik üben sich oft in der Verbreitung von Horrorszenarien wie aussterbende Landstriche, zu wenig Arbeitskräfte und dramatisch zunehmende Zahl der Demenzerkrankungen, um nur einige Punkte zu nennen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Weniger Menschen sind eine große Chance für den extrem dicht besiedelten Standort Deutschland und auch für den Kreis Offenbach, eine Chance für die Umwelt und Wachstumsideen, die sich nicht an quantitativem, sondern qualitativem Fortschritt orientieren.

Dörfer müssen zurückgebaut werden, Altenbetreuung völlig neu definiert werden. Und schließlich ist er für die Älteren selbst die Option, Qualifikationen und gute Ausbildung in die Gesellschaft einzubringen, um so zu einem guten Mischungsverhältnis in den Betrieben beizutragen. Für die Bundesrepublik bedeutet dies, dass die hier lebenden Menschen eine gute Qualifikation brauchen, dass wir unser Rentensystem komplett umstellen müssen. Senioren stellen bald die wichtigste Käufer- und Konsumentengruppe dar. Wir sollten uns aber auch intensiv mit Altersarmut, Altersmoblität und Alterswohnen beschäftigen, die wichtige Rolle des Öffentlichen Nahverkehrs und neuer Wohnformen in den Blick bekommen. Alles das ist möglich, andere Länder machen es ja vor.“

Mariannen Wurm, Frauenbeauftragte des Kreises, sagt: "Altersarmut ist übrigens ein typisch weibliches Problem. Lösungsansätze sind hier nur dann in Sicht, wenn Frauen qualifiziert und ganztags zu mindestens existenzsichernden Löhnen arbeiten. Wir brauchen mehr Gleichberechtigung, selbstbewusstere Frauen - und auch Männer."

Natascha Bingenheimer
Die Linke Dreieich, Kreis Offenbach Die Linke







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