Eine Generation soll "befreit" werden

20.09.13
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von Arno Klönne

Arno Klönne über politischen Gebrauch des sexuellen Mißbrauchs


Dass Jasper von Altenbockum, Politikredakteur der 'Frankfurter Allgemeinen', aus Verirrungen in der Geschichte der grünen Partei schnell noch etwas Kapital für die Wahl schlagen will, ist nicht bemerkenswert, da befindet er sich in zahlreicher Gesellschaft.

Aber damit begnügt er sich keineswegs, diskurspolitisch nutzt er die Gelegenheit: Leitartikelnd verlagert er die Mißbrauchsdebatte in eine Generalabrechnung mit jener Generation, aus der heraus ab den 1960er Jahren ein Umbruch in der westdeutschen politischen Kultur in Gang kam.

Nicht um einen "Sündenfall" einer Partei damals gehe es; das gesamte "Glaubensbekenntnis" der "Weltverbesserer" jener Zeit sei Häresie gewesen - eine "antibürgerliche" Gesinnung habe da emanzipatorisch wirken wollen - verantwortungslos, "ohne die Frage: Was richte ich damit an?"

"Die unbefreite Generation" betitelt Jasper von Altenbockum seinen Appell, die nachdrückliche Reinigung vom falschen Glauben wünscht er sich, die kollektive Absage an all die. wie er meint, Irrlehren damaliger oppositioneller Bewegungen.

Übrigens nicht nur in Sachen kultureller Lebensmuster. Interessiert nimmt der 'F.A.Z.'-Redakteur zur Kenntnis, dass Jürgen Trittin als bedauerliche, aber vergangene grüne "Irrlichterei" auch die Idee bezeichnet hat, sich von der NATO zu lösen.

In dieser Hinsicht also sind die Grünen schon mal befreit, da richten sie nichts Schlimmes mehr an. Manches jedoch ist noch zu tun, damit ihnen "antibürgerliche" Neigungen vollständig aberzogen sind. Und das Wohl der Kinder, von dem der Diskurs über Mißbrauch ausging? Irgendwie hat es sich im politstrategischen Gedankengang verflüchtigt.


VON: ARNO KLÖNNE






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