Wie war das mit Inklusion Behinderter?

01.05.14
SozialesSoziales, Debatte, TopNews 

 

von Lothar Schwarz

Man hört viel davon. Und wie sieht es im Alltag aus?

Hier nur ein Beispiel: Eine Schwerstbehinderte wird als Zeugin vor Gericht geladen!

Bitte ansehen:
http://fki-org.blogspot.de/2014/04/behinderte-als-zeugin-vor-gericht.htm

Behinderte als Zeugin vor Gericht

Da kam also die "Vorladung" zu einer Zeugenaussage vor Gericht. Unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 1000 Euro und "Ordnungshaft" bis zu 6 Wochen, muß also dafür gesorgt werden, dass die Schwerstbehinderte zum Gereichtstermin kommt. Das erfordert eine lange Vorbereitungszeit. Mit richten, anziehen, in das Auto umsetzen, am Gerichtsgebäude wieder aussetzen usw. sind schon einmal an die 1 1/2 Std.vorübergegangen.

Dann wird es kurios. Wir suchen einen behindertengerechten Eingang. An dem alten Gebäude gibt es aussen eine Art Aufzug ( aber ohne Kabine, regnen darf es nicht, heute ist es nur relativ kalt - auch das ist unangenehm ). Da muß man klingeln steht da, dann würde jemand drinnen den Aufzug betätigen. Wir klingeln - 3 Mal, niemand kommt. Ich als Begleiter und Fahrer gehe um das Haus herum, gehe ins Gebäude um nachzuschauen. Niemand zu finden. Es ist Nachmittags, viele der Gerichtsbediensteten scheinen schon nach Hause gegangen zu sein.

Wieder um das Gebäude herum. Nun mit dem Rollstuhl in das Gebäude hinein und die Behinderte mit dem Rollstuhl eine Treppe hinauf geschunden. Aber wir sind da erst in der untersten Etage. Der Gerichtssaal in den wir müssen liegt eine Etage höher. Dorthin gibt es aber keinen Aufzug. Der Richter persönlich kommt. Wir erklären. Er macht sich am Aufzug zu schaffen, den wir aber nun nicht mehr brauchen (halt evtl. doch nach der Verhandlung ) und der ja auch nicht dorthin fährt, wo wir hin müssen.

Das wird nun nichts mehr mit dem Aufzug, ein Schlüssel fehlt anscheinend. Der Richter ( er wird nachher die Verhandlung führen - es ist ein kleines Gericht ) ruft bei der Polizeiwache nebenan. 2 Polizisten tragen nun die Behinderte die Treppe hinauf in die obere Etage. Es ist etliche Zeit vergangen zwischenzeitlich. Gottseidank sind wir früh gegangen! Es folgt die Verhandlung. Die geht recht lang. Die Zeugenaussage der Behinderten wird gar nicht notwendig.

Am Ende der Verhandlung werden wieder die Polizisten gerufen. Das klappt gerade noch, denn auch sie hätten bald Feierabend gehabt. Nun sind wir wieder auf der Etage 1. Die Polizisten gehen. Der Aufzug geht wieder nicht. Nun also hieve ich die Behinderte samt Rollstuhl alleine noch einmal eine kleinere Treppe hinunter, die dann zum hinteren Ausgang führt. Dann wieder zurück ins Auto, Heimfahrt etc. - Da wir den mobilen Pflegedienst verpasst haben, muß ich als Pflegender Angehöriger nun auch noch kathetern. Nach all dem waren wir beide mehr als einfach nur kaputt......

Das Alles beschreiben wir, weil da noch etwas nachkam. Denn heute haben wir das "Zeugengeld" bekommen für den "Einsatz" der Behinderten, die unter Androhung eines Ordnungsgeldes und Ordnungshaft erschienen ist vor Gericht. Dazu mußten Formulare ausgefüllt werden, die Wegstrecke berechnet werden (ziemlich zeitaufwändig ) etc.
Kurzum: Heute kam der Betrag auf unser Konto: Es waren genau 2,00 Euro!!


VON: LOTHAR SCHWARZ






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