Armut von Menschen ist eine permanente Grundgesetzverletzung!

16.06.14
SozialesSoziales, News 

 

von Kurt Wolfgang Ringel

„Das freigeistige Wort zum Sonntag“den 15.06.2014

»Mit der Masse der Gegenstände wächst (...) das Reich der  fremden Wesen, denen der Mensch unterjocht ist, und jedes neue Produkt ist eine neue Potenz des wechselseitigen Betrugs und der wechselseitigen Ausplünderung. Der Mensch wird umso ärmer als Mensch, er bedarf umso mehr des Geldes, um sich des feindlichen Wesens zu bemächtigen, und die Macht seines Geldes fällt grade im umgekehrten Verhältnis als die Masse der  Produktion, d. h., seine Bedürftigkeit wächst, wie die Macht des Geldes zunimmt. «[1]

»Der Mensch muss zuerst gut essen, gut wohnen und gut gekleidet sein, erst dann wird er auch gut arbeiten.« [2]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

jeder Mensch, der einmal in Not geraten ist, weiß, wie Recht Karl Marx mit seinen Worten hat. Heleno Sana nannte eines seiner kritischen Bücher „Die Zivilisation frisst ihre Kinder.“ Heute wissen wir, Zivilisationen sind nicht menschlich. Und, besonders sind es jene Zivilisationen nicht, die Menschlichkeit und Demokratie predigen, in der Praxis aber Menschen hungern und verhungern lassen. Das lässt sich auch nicht verschleiern durch die Tafeln, dem Brot für die Armen.

  Die Masse der Gegenstände, von denen Karl Marx spricht, soll uns allen Fortschritt vortäuschen. Aber was ist das für ein Fortschritt, auf Kosten der Gesundheit, ja auf Kostens des menschlichen Lebens? - Es ist ein Menschenrecht, das alle Menschen ihre Lebensbedingungen nach eigenem Wissen und Gewissen gestalten können. Aber es maßen sich Euro-Egoisten an, ihren Mitmenschen dieses streitig zu machen. Und dies allein aus dem Grunde, weil sie meinen, noch nicht reich genug zu sein. Deshalb wird vielen Menschen das

 Recht auf die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse vorenthalten. Sogenannte soziale Maßnahmen (Hartz IV, Arbeitslosengeld u.a. sind Augenverkleisterung. 

    Hören wir Berichte über Armut, so sind immer die anderen Schuld daran, nur nicht die, die wirklich an dem Elend Schuld sind: die Politiker und die Wirtschaft, alle diese Nimmersatte mit dem kalten Herzen. So wie es Wilhelm Hauff beschreibt. Und wer ein kaltes Herz hat, kennt keine Verwandten. Er ist sich selbst der Nächste. -

»Und weil der Mensch ein Mensch ist
Drum will er was zu essen, bitte sehr!
Es macht ihn ein Geschwätz nicht satt

Das schafft kein Essen her. . «[3a]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kennen Sie das Grundgesetz? Steht nicht dort nicht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Aber, weder die Wirtschaft, die Banken und der Staat halten sich an ihre eigenen Gesetze. Pausenlos werden Menschen entwürdigt,  indem ihnen die soziale Lebensgrundlage entzogen wird. Obendrein werden die von Sozialabbau und Ha(r)tz IV betroffenen Menschen verhöhnt. Erwarten diese Damen und Herren, die sich Christen, Demokraten und Liberale nennen, dass Menschen, die in dieser kapitalistischen Hölle an die Wand gedrückt werden, ihnen etwa dafür danken? Für wen gelten an sich die sogenannten zehn Gebote? – Kein Mensch, zumindest die Betroffenen, haben sich nach Hartz IV, Zeitarbeit und Kurzarbeit gesehnt noch es sich gewünscht. Gegen diese Diskriminierungen muss aktiv gekämpft werden.

Es helfen keine Schönheitsoperationen, sondern Veränderungen zu Gunsten aller diskriminierten und ihrer Rechte beraubten Menschen:

»Und weil der Mensch ein Mensch ist
Hat er Stiefel im Gesicht nicht gern.
Er will unter sich keinen Sklaven sehn

Und über sich keinen Herrn. . «[3b]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

da wundern sich viele Menschen, dass Hartz-IVler nicht glücklich sind über die „Absicherung“ durch den Staat. Viele Bürger können diesen Unmut der Betroffenen nicht verstehen. Sie wissen nicht, dass dies, was der Staat den Armen hinwirft, keineswegs für ein Leben in Würde und Gleichberechtigung reicht. 

   Der Mensch muss sich selbst befreien. Und die Menschen sind auf dem Vormarsch. Sie setzen sich in Bewegung. Auch wenn es uns brutal erscheint, was sich in den Arbeits- und Sozialämtern abspielt. Welche Möglichkeiten haben denn diese Menschen, von (Un)Menschen um ihre Lebensqualität beraubt. Deshalb verstehe ich nicht, dass sich zu viele Menschen in ihrem „Wohlstand“ sonnen und sich denen überlegen fühlen, die sozial ganz unten sind. Aber nur zu leicht wird vergessen, das Leben ist eine Achterbahn. Der Wechsel von oben nach unten kann sich sehr rasch vollziehen.

»Und weil der Prolet ein Prolet ist
Drum wird ihn kein andrer befrein,
Es kann die Befreiung der Arbeiter nur

Das Werk der Arbeiter sein. . «[3c]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

werden Hunde auf den Schwanz getreten, so beißen sie. Werden aber Menschen gedemütigt, kriminalisiert und ausgestoßen, dann steht eine Revolution ins Haus. Der Unterschied zu 1989/90 wird sein, das sich die Menschen sich nicht noch einmal um ihre Errungenschaften bringen lassen werden. Wie durch die Wahlen im März 1990. Sie verkaufen kein zweites Mal ihr Linsengericht.

QUELLEN:

[1] Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844), Marx/Engels-Werke Bd. 40, S. 547

[2] Zitat von Karl Marx

[3a bis 3c] Einheitsfrontlied (Erste Strophe bis dritte Strophe) Bertolt Brecht; Werke in fünf Bänden Herausgegeben von Werner Mittenzwei und Fritz Hoffmann - Aufbau Verlag Berlin Weimar 1973 - Erste Auflage 1973, Band 3 (Gedichte); Seite 248

Ich wünsche uns allen ein sehr kritisches und nachdenkliches Wochenende. Bleiben Sie trotz allem sachlich, kritisch und optimistisch.

Mit menschlichen Grüßen

Kurt Wolfgang Ringel


VON: KURT WOLFGANG RINGEL






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