SPD hält Kurs: „Hartz löst Abstiegsängste aus“


Bildmontage: HF

01.04.15
SozialesSoziales, Wirtschaft, Politik, Debatte 

 

Von Reinhold Schramm

SPD-Bundesvize Thorsten Schäfer-Gümbel:Die SPD steht für den Anspruch, sozialen Zusammenhalt und Gerechtigkeit zu organisieren. Dieser Anspruch ist durch Hartz-Reformen zum Teil beschädigt worden.“ Vgl. Tageszeitung *

Kommentar von “TOR“: „Hartz IV ist Armut per Gesetz und Kapitalismus ist Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, daran wird auch ein Thorsten Schäfer-Gümpel nichts ändern.“

Hartz IV hat bereits millionenfache soziale Deklassierung in zehn Jahren bei Werktätigen bewirkt.

[Arbeitsaufnahme für jeden Lohn. Befristete Arbeitsplätze, unter 40 Prozent vom ursprünglichen Lohn und ohne Tarifbindung, auch für Hochqualifizierte. Zeitarbeit und Leiharbeit. Sanktionsmaßnahmen bei Verweigerung der Unterbezahlung, auch bei Erwerbslosen mit mehr als 30 und 35 Vollzeitarbeitsjahren. Vorzeitigen Rentenantritt mit Rentenverlust, durch Langzeitarbeitslosigkeit und zusätzlich noch RV-Abschlag. Berufsgelernte ältere Facharbeiter und Handwerker, die für unterbezahlte kommunale Arbeiten eingesetzt werden, wie z. B. für die Friedhofspflege/Grünanlagen, die dabei selbst bei größerer Arbeitsleistung  weniger als 50 % vom Lohn der Stammbelegschaften erhalten. Selbst für die Tätigkeit eines Vorgesetzten, trotz hoher Qualifikation, einen geringeren Lohn als die Festangestellten (mit deren geringeren fachlichen Befähigung).]

Anekdote: Persönlich bekam ich für Vollzeit-Tätigkeit, als Meister und Projektleiter, einen Arbeitslohn unter 30 % meines früheren Tariflohnes angeboten [7,35 Euro-Std. brutto, weit vor 8,50-Std.], erheblich weniger als mein (damaliges) ALG I., zugleich nur für 2/3 (ca. 65 %) des Lohnes der Festangestellten. Selbst bei dieser Vollzeitarbeit, „bis zur Rente“, hätte ich damit keine Altersrente aufbauen können. Im Ergebnis wäre der Arbeitslohn weit unterhalb der Armutsgrenze.

In Folge der Androhung von “Sanktionsmaßnahmen“, trotz mehr als 40 anerkannte Jahre für die GRV, begab ich mich in die vorzeitige Altersrente, in Erwartung erheblicher Rentenverluste [weit mehr als 30 % ...]

So dürften in den letzten zehn Jahren, seit Einführung des Hartz-IV-Strafvollzugs für Werktätige in Deutschland (1.1.2005), bereits Hunderttausende in die vorzeitige Alters- und Armutsrente (staatlich) geschoben/gezwungen worden sein. Berücksichtigt man hierbei die ‘durchschnittlich’ geringere Lebenserwartung, der Erwerbslosen und Armutsrentner, so dürfte es auch für die Staats- und Pensionskassen, ein lohnendes Geschäft sein.

Merke: Die sog. “Soziale Marktwirtschaft“ ist ein Verbrechenssystem gegen die werktätige Bevölkerungsmehrheit.

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 01.04.2015: Thorsten Schäfer-Gümbel über die SPD. „Hartz löst Abstiegsängste aus“. «SPD-Bundesvize Thorsten Schäfer-Gümbel verabschiedet ein paar Lebenslügen seiner Partei. Und hat [alt-neue] Ideen für die Zukunft der Sozialdemokratie. Das Interview führte Ulrich Schulte, Leiter Taz-Parlamentsbüro.

www.taz.de/Thorsten-Schaefer-Guembel-ueber-die-SPD/!157424/

 

01.04.2015, Reinhold Schramm







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