Reif für die Rentenwende!


Bildmontage: HF

10.08.17
SozialesSoziales, Debatte, Sozialstaatsdebatte 

 

Von Holger Balodis und Dagmar Hühne

Die Analogie zum Dieselskandal liegt auf der Hand: Wie bei der Kumpanei mit der Autoindustrie hält die Regierung auch in der Rente an Konzepten von gestern fest und unterstützt mit der Finanzwirtschaft eine Branche, die ihre Kunden beschummelt und damit gleichzeitig Milliardengewinne einfährt. Und doch gibt es Hoffnung auf Besserung. Die Liebe der Deutschen zu Allianz & Co ist nicht so groß wie zu ihrem Automobil. Die emotionale Bindung zu Riester-Renten und Lebensversicherungen ist eher gering. Also sollte bei den Kunden und damit auch den Wählern die Bereitschaft vorhanden sein, die Fakten zur würdigen: Die uns seit fast 20 Jahren aufgedrängte private Vorsorge ist krachend gescheitert. Weder Riester-Rente noch Betriebsrente können die gerissenen Lücken der gesetzlichen Rente füllen. Jüngstes Beispiel: Die Sparkasse Tübingen will künftig Negativzinsen für ihren Riester-Banksparplan berechnen. Die Frage ist: Wie lange halten die großen Parteien noch den Schutzschild über die Finanzwirtschaft? Wann erkennen sie an, dass unser Nachbarland Österreich hier den besseren Weg aufzeigt? Dort werden deutlich höhere Renten für alle gezahlt – ohne Riester-Rente. Doch wie beim Dieselskandal kann sich die Bundesregierung einfach nicht zur Kehrtwende entschließen. Dabei wäre es ganz einfach. Die Förderung für Riester-Rente und Entgeltumwandlung („Betriebsrente“) stoppen und stattdessen volle Konzentration auf eine deutlich verbesserte gesetzliche Rente. Doch das erfordert ähnlich wie beim Dieselskandal die Konfrontation mit einer Schlüsselindustrie. Ein Ende des Kuschelkurses. Radio-Tipps: Heute 9.8. Balodis in der WDR5-Redezeit von 11:05 bis 11:30 Uhr; am Sonntag, 13.8. Balodis/Hühne in der Sendung „Fragen an den Autor“ auf SR2 von 9:05 bis 10:00 Uhr Holger Balodis und Dagmar Hühne: Die große Rentenlüge – Warum eine gute und bezahlbare Altersicherung für alle möglich ist, Westend Verlag, 208 Seiten, 18 Euro (ISBN 978-3-864889-177-9)







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