Corona-Virus: Politische und persönliche Unterstützung ist das Gebot der Stunde

13.03.20
SozialesSoziales, Politik, News 

 

Anlässlich der akuten Corona-Pandemie erklärt der bayerische MdB, Harald Weinberg, Sprecher für Krankenhauspolitik der Fraktion DIE LINKE im Bundestag:

Zur Krankheit und der Ausstattung der Krankenhäuser
„Die Corona-Infektion ist kein grippaler Infekt, sondern eine durchaus ernste Virus-Infektion. Sie kann vor allem bei Risikogruppen (Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen) einen sehr bedrohlichen Verlauf nehmen. Ohne Impfstoff ist eine Ausbreitung der Epidemie nicht zu vermeiden. Die zentrale Aufgabe besteht darin, die Infektionsketten möglichst zu unterbrechen und den Infektionsverlauf zu verlangsamen, damit die Gesundheitseinrichtungen nicht an ihre Kapazitätsgrenze kommen. Trotz einer aus unserer Sicht fatalen Ausrichtung der Krankenhäuser auf Wettbewerb und Kommerz sind die Kapazitäten im internationalen Vergleich noch recht gut. Jetzt werden all jene Lügen gestraft, die uns in der letzten Zeit versucht haben einzureden, dass Deutschland im internationalen Vergleich zu viele Krankenhäuser und Krankenhausbetten habe. Wir brauchen jedes Krankenhaus und vor allem viele Intensivbetten.“

Zu den Plänen der Regierung und zur Gefahr der Ausschlachtung durch private Krankenhäuser
„Gesundheitsminister Spahn hat die Verordnung zu den Personaluntergrenzen in bestimmten Krankenhausstationen generell außer Kraft gesetzt, um genügend Betten für Intensivbehandlungen bereit stehen zu haben. Dies wird zu einer großen Belastung der Intensivpflegekräfte führen. Gleichzeitig scheinen einige Krankenhäuser (vor allem mit privaten Trägern) diese Aussetzung der Untergrenzen dahingehend zu nutzen, dass sie planbare Operationen wieder ausweiten, um Extra-Erlöse zu erzielen. Dies ist völlig inakzeptabel! Wir fordern, dass das Bundesministerium und die Länderministerien hier eingreifen und dafür sorgen, dass geplante Operationen soweit irgend möglich verschoben werden, um die Intensivbetten für schwere Corona-Infizierte vorzuhalten.“

Persönliche Maßnahmen
„Auch wenn die Entwicklung ernst ist, ist Panik sicher ein schlechter Ratgeber. Alle können kann mit ihrem/seinem persönlichen Verhalten zur Eindämmung und Verlangsamung des Epidemie-Verlaufs beitragen. Und zwar vor allem, indem soziale Kontakte und vor allem größere Menschenansammlungen auf das Notwendigste eingeschränkt werden.
Das Risiko eines schweren Verlaufs steigt deutlich mit dem Alter. Insofern ist es ein Akt der praktischen Solidarität, Netzwerke zu schaffen und älteren Menschen in der Nachbarschaft anzubieten, für sie Einkäufe und Behördengänge und ähnliches zu übernehmen.“

Unterstützung der Beschäftigten und Solo-Selbständigen
„Die gegenwärtige Sicht beschränkt sich auf die großen Unternehmen und Dax-Einbrüche. Fatale Auswirkungen hat die Situation aber vor allem auf Solo-Selbständige, kleine Clubs und Kultureinrichtungen, die von regelmäßigen Besuchen abhängig sind. Die Regierung muss Maßnahmen schaffen, um die Menschen finanziell zu unterstützen. Außerdem müssen Beschäftigten mit Kindern, die aufgrund Kita- und Schulenschließung keine Betreuung haben, zusätzlich zwei Wochen Betreuungsurlaub zugestanden  werden.

Auch wenn es das ganze Frühjahr und den Sommer dauern kann: Wenn wir zusammenstehen und diese Solidarität zeigen, dann werden wir diese Herausforderung bestehen und womöglich als Gesellschaft an ihr wachsen.“







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