Homeschooling: Das Sahnehäubchen „ein blauer Brief“


Bildmontage: HF

04.04.20
SozialesSoziales, Kultur, Debatte, NRW, TopNews 

 

Von Karolin Korthals

„Gemäß § 50 (4) unterrichte ich Sie darüber, dass die Leistungen Ihres Kindes nicht ausreichend sind und dadurch die Versetzung oder der Abschluss gefährdet ist (…) -

(…) Solange nicht nachgewiesen wird, dass die Schulen verpflichtenden, digitalen Unterricht durchführen und dass den Antragstellern erhebliche Nachteile drohen, wenn sie an diesem nicht teilnehmen können sowie dass kein Smartphone zur Erledigung der Aufgaben vorhanden ist (…)“

Diese beiden Briefe machen deutlich, dass sich die Chancenungleichheit im Bildungssystem auch in Zeiten der Covid-19 Krise weiter verschärft.

Eine Mönchengladbacher Familie, die für ihre drei Schulkinder beim Jobcenter einen einzigen Computer beantragt hat, bekommt keine Unterstützung. Die Schultage zu gestalten überfordert die Familie. Die Eltern scheitern an der Bereitstellung der Lernmaterialien und der digitalen Infrastruktur. Denn die Schulaufgaben, die die Kinder machen sollen, werden zwar auf den Homepages der Schulen bereitgestellt. Ohne Drucker und Computer können die Kinder die Arbeitsblätter aber nicht bearbeiten. Die Eltern befürchten, dass die Schulabstinenz für die Kinder fatale Folgen hat. Besonders herausfordernd ist die Situation für die drei Kinder bei Aufgaben, die sie nicht verstehen. In ihrer Home-School gibt es keinen Computer für Lernvideos oder eine Internetrecherche.

Kinder benötigen in Krisenzeiten besonderen Schutz, das Recht auf Bildung ist in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verbrieft. Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung und Ratifizierung der UN-Kinderrechte 1992 dazu verpflichtet, diese zu wahren und umzusetzen. Die Schulschließungen und die Verweigerungshaltung der Jobcenter hindern Kinder und Jugendliche an ihrem Menschenrecht auf Bildung.

In einem Brief bitten die Eltern nun Hubertus Heil um staatliche Hilfen. Es könne nicht sein, dass Kinder aus armen Familien nicht am digitalen Lernen teilnehmen können, heißt es in dem Brief.







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