Sozialer Wohnungsbau ohne Zukunft?


Bildmontage: HF

12.03.18
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Von Reinhold Schramm

Die Suche nach bezahlbaren und menschenwürdigen Sozialwohnungen ist wie Lotto spielen.

»Schlechte Lage bei Sozialwohnungen. 25 Quadratmeter Deutschland. Sozialer Wohnungsbau ist relativ: Was in München günstig ist, erscheint in Berlin sauteuer. Die Suche nach einer Bleibe ist wie Lotto spielen.«

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentare

Keine Zukunft für bezahlbare Sozialwohnungen! - auch nicht in Berlin!

Auf meiner Fahrt mit der Berliner U-Bahn, zwischen Tempelhof-Westphalweg und Kreuzberg- Mehringdamm, kam ich mit einem jungen Angestellten über seine Miet- und Wohnsituation ins Gespräch.

Nach seiner Auskunft zahlt er eine monatliche Kaltmiete von knapp über Tausend Euro. Mit seinen sonstigen Zusatzkosten liegt die monatliche Warmmiete für 65 Quadratmeter zwischen 1.200 bis 1.300 Euro. Demnach liegt seine Kaltmiete um 15 Euro und seine Warmmiete, plus sonstige Kosten, um mtl. etwa 19 Euro m².

Die Vertragsdauer seines Mietvertrags liegt bei drei Jahren und müsste jeweils neu verhandelt werden. Die auch im Mietvertrag festgelegte Mietpreisbindung besteht für zwei Jahre. Danach würde die Miete, wie "einvernehmlich" im schriftlichen Vertrag fixiert, um wenige Prozent angehoben werden.

Auf meine Entgegnung, ob für ihn die Monatsmiete nicht doch zu hoch wäre, verwies der junge Angestellte (noch) auf sein gutes Monatseinkommen.

Anmerkung: Von Interesse ist für jeden w/m Mieter letztlich die Warmmiete, einschließlich sonstige Kosten bzw. Umlagen, die sein monatliches Einkommen, bzw. Familieneinkommen, belasten. Im vorliegenden Beispiel, aus der Regierungshauptstadt Berlin, noch vor Ende des Jahres 2017, liegt der durchschnittliche Mietpreis bei mtl. um 19 Euro pro Quadratmeter.

? Noch ganz andere Dimensionen hat die Mietpreisentwicklung in der Frankfurter Bankenmetropole. Auch hier muss die erwerbsabhängige und eigentumslose Bevölkerung die Stadt bereits räumen und weit außerhalb des Stadtgebiets bezahlbaren Wohnraum suchen. –

? Von dieser Entwicklung bleibt auch die Berliner Bevölkerung, vor allem die Geringverdiener, Alleinerziehenden, Kinderreichen und Armuts-Rentner, — in der Hauptstadt der Miethauseigentümer, Baugenossenschaften, Verbandslobbyisten in Parteien, Parlament und Regierung, der nationalen und (zunehmend) internationalen Wohnungsspekulanten —, nicht verschont.

User-Kommentar von “MAIKE123":

»Man kann ausreichend viel günstigen Wohnraum in den Städten schaffen, wenn man die Wohnungen nicht mehr mit eigenen Bädern und Küchen ausstattet.

Ein Bad und eine Küche pro Etage sind günstiger in der Wartung und gemeinsames Kochen bringt Nachbarn, die sich heute meist aus dem Weg gehen, näher zusammen.

Der Lebensstandard in Deutschland ist im internationalen Vergleich sehr hoch und sollte entschlackt werden. So kann Obdachlosigkeit durch Landflucht und Migration verhindert werden.

Einfamilienhäuser sollten extrem hoch besteuert werden, damit sie mit sowohl ökonomischen als auch ökologischen Plattenbauten ersetzt werden.«  Vgl.*

Erwiderung von “LÄUFER“ auf @Maike123: 

»Ja klar. Das Gesindel soll froh sein, wenn es wo unterkommt, da muss es nicht auch noch komfortabel sein. Man könnte sogar auf Zentralheizungen verzichten. Reicht doch, wenn diese gescheiterten Existenzen ihre Einzimmerwohnung mit Öfen heizen wie ganz früher. Wenn ein Zimmer einen eigenen Wasseranschluss hat, ist das schon Luxus und natürlich teurer. - Ich habe noch Zeiten erlebt, da gab es das alles tatsächlich. Man ist nicht umsonst davon abgekommen.«

Antwort von R.S. auf @Maike123:

"Ein Bad und eine Küche pro Etage ... und gemeinsames Kochen" -- Ihr toller Vorschlag könnte auch von der Jungen Union kommen. Später bekommen die Kinder sowieso die Villa von Papa und Mama, bzw. Opa und Oma ! (?)

Wenn ich mir so einige Wohnungsnachbarn mit ungebremsten Verhaltensstörungen, psychischen Schlafstörungen und fortwährenden nächtlichen Musikbeschallungen, Alkoholproblemen und KettenraucherInnen ansehe, dann möchte ich mit diesen kaputten Menschen keine Gemeinschaftsräume, kein Bad und keine Küche teilen. –

Hier betreibe ich schon seit Jahren (unbezahlte) ehrenamtliche Sozialarbeit! Da es sich dabei auch um Mitarbeiter und bio-deutsche Familienclans, – auch als Mieter bei der Berliner Baugenossenschaft –, handelt, gibt es auch in Folge der Familien- und Vetternwirtschaft bei der Bau-Genossenschaft keinerlei Unterstützung. Im Gegenteil, die Baugenossenschaft leugnet den Sachverhalt und verdreht die Tatsachen, so schon seit vielen Jahren.

Natürlich, die sozial kaputten Mieter und Berliner Drogenabhängigen, sind auch ein Opfer der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Aber auch als humanistischer Mensch muss man sich nicht noch selbst aufgeben, oder als unbezahlter und ehrenamtlicher Sozialarbeiter verheizen lassen! // –

Solche extremen sozialen Probleme wie in den Berliner Mietquartieren haben die Villenbesitzer in Zehlendorf oder am Potsdamer Griebnitzsee in den nächsten Jahrzehnten noch lange nicht! Für ihre gut-betuchten Villen- und Eigenheimbesitzer sorgt auch die gut-geschmierte Berliner Politik und deren Beamtenstadel. [Vgl. Kommentare *]

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 11.03.2018: Schlechte Lage bei Sozialwohnungen. 25 Quadratmeter Deutschland. Sozialer Wohnungsbau ist relativ: Was in München günstig ist, erscheint in Berlin sauteuer. Die Suche nach einer Bleibe ist wie Lotto spielen. Von Barbara Dribbusch, Redakteurin für Soziales und Gesellschaft.

www.taz.de/!5488495/#bb_message_3603276







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