Anerkennung pflegender Angehöriger darf kein Feigenblatt sein

21.06.19
SozialesSoziales, Politik, News 

 

„Vier bis fünf Millionen Menschen – die meisten von ihnen Frauen – pflegen in Deutschland Angehörige oder Nahestehende. Endlich steht ihre Situation jetzt auch im Mittelpunkt. Die gründliche Bestandsaufnahme offenbart jedoch einen eklatanten Datenmangel über ihre soziale Situation“, kommentiert Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Veröffentlichung des ersten Berichts des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Pia Zimmermann weiter:

„Jahrelang hat die Bundespolitik sich kaum für pflegende Angehörige interessiert. Nun müssen zumindest die Mindestanforderungen des Beirats unverzüglich umgesetzt werden. Lohnersatzleistungen und Arbeitszeitregelungen sind dafür essentiell und müssen in ein Gesamtkonzept für gute und bezahlbare Pflege eingebettet werden. Und sie müssen allen Beschäftigten zustehen, unabhängig von der Betriebsgröße. Es ist zu begrüßen, dass sich der Beirat gegen ein Festbetragsmodell ausgesprochen hat. Pflegende Angehörige brauchen keine neue Herdprämie. 

Die Anerkennung pflegender Angehöriger darf jedoch nicht zum Feigenblatt für Versorgungsmängel gemacht werden. Informelle Pflege kann fehlende professionelle Angebote nicht kompensieren. Private Sorgearbeit ist kein Ersatz für fehlende sozialstaatliche Verantwortung.“

 







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