Internationaler Tag gegen Tiertransporte: Tierschutzbündnis fordert Verbot von Lebendtiertransporten

14.06.22
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Von Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Im Rahmen einer Demonstration vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium fordert das Bündnis für Tierschutzpolitik: Grausame Lebendtiertransporte jetzt beenden! 

Das Bündnis für Tierschutzpolitik hat am heutigen Internationalen Tag gegen Tiertransporte mit einer Aktion vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf das Leid der Tiere bei Transporten aufmerksam gemacht. Die beteiligten Organisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Menschen für Tierrechte, PROVIEH und VIER PFOTEN fordern ein bundes- und EU-weites Verbot von Tiertransporten in Drittstaaten und appellieren an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, endlich ein bundesweites Verbot auf den Weg zu bringen und sich im bevorstehenden Revisionsverfahren der EU-Tierschutzgesetzgebung für starke Verbesserungen im Tierschutz zu engagieren.

"Als selbsternannter oberster Tierschützer Deutschlands appellieren wir an Minister Özdemir, sich für ein bundesweites Tiertransportverbot zu engagieren. Er hat es in der Hand, das grausame Leiden der Tiere durch Erlass einer Verordnung nach §12 des Tierschutzgesetz zu beenden. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Agrarministerkonferenz hatten die Bundesregierung im April dazu aufgefordert, sich für ein bundes- und EU-weites Verbot von Tiertransporten in Drittstaaten einzusetzen", sagt Patrick Müller, Hauptstadtreferent von PROVIEH und Sprecher des Bündnisses für Tierschutzpolitik.

"Seit Jahrzehnten belegen zahlreiche Dokumentationen, dass Tiere auf qualvollen Transporten in einen grausamen Tod geschickt werden. Der EuGH hat schon 2015 festgestellt, dass der Tierschutz nicht an der EU-Außengrenze endet. Daraus ergibt sich, dass Transporte nicht durchgeführt werden dürfen, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten. Die einzig logische und ethisch vertretbare Schlussfolgerung ist ein generelles Transport-Verbot, sowohl für Tiere, die geschlachtet werden sollen als auch für Tiere, die als Zuchttiere deklariert werden!", fordert Christina Ledermann, Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

VIER PFOTEN Expertin Ina Müller-Arnke machte vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft deutlich, dass Deutschland auf EU-Ebene zu den größten Exporteuren von Rindern zu angeblichen Zuchtzwecken in Drittstaaten gehört. Zahlreiche Tiere werden von Deutschland aus auch über Schiffe in Länder wie Ägypten, Marokko, Algerien und andere verfrachtet, in denen die Tiere auf grausame Weise geschlachtet werden. Häufig werden sie auch über andere EU-Länder in Drittstaaten verfrachtet. "Wir brauchen ein EU-weites Verbot, um zu verhindern, dass exportfreundliche EU-Staaten zu Drehscheiben für Tiertransporte in Drittstaaten werden", sagt Ina Müller-Arnke. Das aktuelle Schiffstransportunglück vom vergangenen Sonntag im Sudan mit 16.000 ertrunkenen Schafen ist erneut ein Mahnmal dafür, dass die Situation weltweit für die Tiere besonders auf Schiffen untragbar ist und dass diese tierquälerischen Transporte endlich beendet werden müssen.

 

Hintergrund
Allein 2020 exportierte Deutschland über 41.000 trächtige Rinder in Länder wie Russland, Marokko, Algerien und Ägypten. Seit Jahrzehnten zeigen Nichtregierungsorganisationen und Journalist:innen auf, dass die Tiere auf den qualvollen und langen Transporten sehr unter den schlechten Transportbedingungen sowie Hunger und Durst, Hitze und Kälte leiden. Tierschutzrechtliche Standards werden systematisch ignoriert. Zu diesem erschütternden Ergebnis kommt, neben zahlreichen Dokumentationen und Berichten, auch der offizielle Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses im Zusammenhang mit dem Schutz von Tieren beim Transport, welcher am 20. Januar 2022 vom Europäischen Parlament angenommen wurde.

 

Einen Offenen Brief vom Bündnis für Tierschutzpolitik an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zu diesem Thema finden Sie hier.







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