S'Weschpenäscht, BUND startet Postkartenaktion für Atomausstieg

10.08.22
UmweltUmwelt, Bewegungen, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von BUND Südlicher Oberrhein

Mit der Aufführung des Dokumentarfilms "S'Weschpenäscht" der Medienwerkstatt Freiburg am Abend des 4.8.22 auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg startete der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein eine Protest- Postkartenaktion. Der Film zeigt in bewegenden Bildern den erfolgreichen Widerstand gegen den Neubau eines Atomkraftwerks in Wyhl am Kaiserstuhl. Heute, 50 Jahre später, deckt er auch schonungslos die Unwahrheiten und falschen Versprechungen der damaligen Politik und Industrie auf. Sätze wie: "Die Strahlung aus dem Kühlturm ist geringer als die aus Ihrem Fernseher" sorgten bei den ca. 100 Anwesenden für Gelächter. Der Strom für die Filmvorführung wurde mit 10 Fahrrädern erzeugt.

Der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein nutzte die Vorführung zum Start einer Protest- Postkartenaktion an die Fraktionen im Bundestag. Unter dem Motto "Atomkraft? Schluss jetzt!" adressieren die Unterzeichnenden die Postkarten an beliebige Fraktionen im Bundestag mit der Aufforderung, am Atom- Ausstiegsbeschluss Ende 2022 festzuhalten. Insbesondere das AKW Neckarwestheim, das Freiburg am nächsten liegt und weniger als 30km von Stuttgart oder Heilbronn entfernt ist, hat mit Rissen in Rohrleitungen und einem instabilen Untergrund zu kämpfen. "Die Anlagen haben eklatante Sicherheitsprobleme, sie wurden seit Jahren nur auf das Nötigste modernisiert, die umfangreiche 10- Jahres Revision hätte 2019 stattfinden sollen, wurde aber ausgesetzt. In Tschernobyl ist die Schutzzone um den havarierten Reaktor 30km, bei einem vergleichbaren Unfall müsste die Bevölkerung evakuiert werden, Stuttgart oder Heilbronn wären auf Jahrzehnte nicht bewohnbar. Wollen wir das wirklich riskieren, nur weil wir im Winter keinen Pulli tragen wollen?" so Stefan Auchter vom BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein. "Der Weiterbetrieb ist mit immensen Risiken für die Allgemeinheit verbunden," so Auchter weiter, "niemand wird für die Schäden aufkommen, die bei einem großen Unfall entstehen, Lindner nicht, Merz nicht, Söder nicht, die Betreiber nicht, selbst die Gebäudeversicherungen schließen in der Regel einen Atomunfall als Risiko aus." Das Analyseinstitut Energy Brainpool hat errechnet, dass die drei verbliebenen Atomkraftwerke zusammen im Fall eines Weiterbetriebs den Gasverbrauch gerade mal um 1 Prozent senken könnten, eine Senkung der Raumtemperatur aber um nur ein Grad könnte das zweieinhalbfache Einsparpotenzial haben - ganz ohne atomares Risiko. Auchter abschließend: "Die drei Atomkraftwerke haben in diesem Jahr genauso viel Strom erzeugt, wie wir ins Ausland exportiert haben, sie laufen also nur für den Profit, nicht für die Versorgungssicherheit. Nicht der Weiterbetrieb, sondern das schnellstmögliche Abschalten ist angesichts der Risiken die Entscheidung der Vernunft."

Die Protestpostkarten können beim BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein bezogen werden. Allein zur Filmvorführung wurden knapp 1000 Postkarten ausgegeben.







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