Bundestagswahl: Wählbar sind nur die Parteien, die den Systemwechsel entschlossen anpacken

21.09.21
UmweltUmwelt, Politik, Bewegungen, TopNews 

 

Von Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Der Ausgang der Bundestagswahl am kommenden Sonntag wird nicht nur über das Schicksal von Millionen von Tieren entscheiden, sondern auch darüber, ob wir die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch abwenden können. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte stellt deswegen umfangreiche Hintergrundinformationen für die Wähler:innen zur Verfügung. Diese umfassen Analysen der Wahlprogramme und Antworten der Parteien, einen Tierschutzwahlkompass, einen Rückblick auf die Tierschutzpolitik der scheidenden Bundesregierung sowie Appelle und Interviews mit Experten aus den Bereichen Landwirtschaft, Tierschutzrecht und Nachhaltigkeitsökonomie.

Um den Wählerinnen und Wählern eine Orientierung zu geben, welche Parteien wirksame Konzepte und Pläne für eine Agrar- und Ernährungswende sowie für einen Ausstieg aus dem Tierversuch vorlegen, hat der Tierrechtsverband die Wahlprogramme der etablierten Parteien analysiert. Außerdem hat er ihnen Fragen zu ihren Tierschutzplänen gestellt. In der Zusammenfassung "Tiernutz- statt Tierschutzbilanz" blickt er zurück auf die Tierschutzpolitik der letzten Legislatur.

Tierschutzpläne der Parteien
Das Fazit: Von den etablierten und demokratisch ausgerichteten Parteien legen die Grünen und die Linke die konkretesten Pläne und Maßnahmen in Sachen Tier- und Klimaschutz vor. Die Grünen widmen den Themen pflanzliche Ernährung und Agrarwende den meisten Raum. Ihnen folgen die Linken, die dem Tierschutz deutlich mehr Raum einräumen als in der Vergangenheit, sowie die SPD. Im Gegensatz dazu enttäuschen CDU/CSU und FDP. Außer "Tierwohl-Allgemeinplätzen" enthalten ihre Programme keine überzeugenden Pläne, Maßnahmen und Instrumente, um den Paradigmenwechsel in unserem Umgang mit Tieren, Klima und Umwelt einzuleiten.

Systemwechsel anpacken
"Die Politik der nächsten vier Jahre bestimmt nicht nur über das Schicksal von Millionen von Tieren. Sie sind auch entscheidend für die Zukunft der kommenden Generationen. Fluten, Brände und Hitzewellen und der aktuelle Bericht des Weltklimarates zeigen uns unmissverständlich, dass unser aktueller Lebensentwurf die Erde zerstört. Wählbar sind deswegen nur die Parteien, die den Systemwechsel entschlossen anpacken! Die Wähler:innen sollten bei dieser "Jahrhundertwahl" genau überlegen, welcher Partei Sie ihre Stimme geben. Die Stimmen für kleine Parteien, die keine Chance haben, die Fünf-Prozent-Hürde zu erreichen, fehlen zum Schluss den etablierten Parteien, die die Regierungswende einleiten können. Deswegen: Geben Sie den Parteien Ihre Stimme, die eine Chance auf Regierungsbeteiligung haben", appelliert Christina Ledermann, Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Jahrhundertpakt für ökologischen und sozialen Umbau
Der renommierte Tierschutzjurist und Initiator des Staatsziels Tierschutz, Dr. Eisenhart von Loeper, kritisiert in einem Appell die verhängnisvollen Auswirkungen des politischen Versagens beim Klimaschutz und die empathielose Haltung gegenüber Tieren. Er fordert eine grundlegende Wende: "Wir brauchen einen Jahrhundertpakt für einen ökologischen und sozialen Umbau und ein Ende der Tyrannei an den Tieren!" Aus seiner Sicht sind der regierungserfahrene Olaf Scholz (SPD) und die klimapolitisch vorwärtsdrängende Annalena Baerbock (Grüne) geeignet, diesen Regierungswechsel einzuleiten sowie Kontinuität und Erneuerung zu verknüpfen.

Dringend nötig: Transformation der Landwirtschaft
Zur notwendigen Transformation der Landwirtschaft hat der Tierrechtsverband zudem Interviews mit Experten aus den Bereichen Landwirtschaft, Tierschutzrecht und Nachhaltigkeitsökonomie geführt. Die Autorin Tanja Busse fordert beispielsweise ein neues Ernährungssystem, der Agrarexperte Prof. Dr. Franz Mühlbauer plädiert für ein komplettes Verbot der Tierhaltung für die Fleischproduktion und der Nachhaltigkeitsökonom Marius Rommel drängt darauf, Abschied von zerstörerischen Produktionsformen wie der industriellen Tierhaltung zu nehmen und die Kosten desaströser Produktion konsequent einzupreisen.

Weitere Hintergrundinformationen:

Interviews zur Transformation der Landwirtschaft







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz