Anträge für mehr „Tierwohl“ im Fleischsektor vom Land Baden-Württemberg im Bundesrat eingereicht

23.02.21
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Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg sieht die Lösung nicht in einer „Verschönerung“ des Tötungsprozesses

Von Menschen für Tierrechte

Am 12.02. brachte Baden-Württemberg zwei Gesetzesanträge zum Thema Tierwohl im Fleischsektor im Bundesrat ein. Im ersten Antrag geht es um eine erhöhte Überprüfung der Betäubungsanlagen als auch deren Zulassung für den Markt. Als Reaktion auf die Schlachthofskandale in Baden-Württemberg wurde ein Monitoring durchgeführt, bei welchem man feststellte, dass 1/3 der Betäubungsanlagen nicht korrekt funktionierten. Dieser Gesetzesantrag scheint die Reaktion auf diese Ergebnisse darzustellen.

Der zweite Antrag sieht eine Festlegung eines Mindestpreises für Fleisch vor, um so die ebenfalls massiven Tierschutzverstöße der vergangenen Zeit zu bekämpfen. Dort, wo mehr Geld zur Verfügung steht, könne qualitativ hochwertiger gearbeitet werden und so mehr Tierwohl garantiert werden.

„Das Problem liegt nicht darin, dass zu wenig für Fleisch bezahlt wird, um die Tiere besser zu behandeln“, so Julia Thielert von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. „Schauen wir uns zum Beispiel den Schlachthofskandal von Biberach an. Das ist ein kleiner Schlachthof. Das Fleisch wurde vom Geschäftsführer Michael Koch in seiner eigenen Metzgerei verhältnismäßig hochpreisig verkauft. Hier haben wir also die kleinen regionalen Strukturen, die erhöhten Preise und finden das gleiche Ausmaß an Tierquälerei.“

Dennoch befürwortet Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg als kurzfristigen Lösungsansatz Verbesserungen in der Haltung und letztlich auch bei der Tötung der Tiere. Gerade nicht korrekt funktionierende Betäubungsanlagen können, wie auch in den Aufnahmen der Schlachthofskandale zu sehen war, zu erheblichem Tierleid und einem langen Todeskampf führen. Leider fehlen im Gesetzesantrag aber jegliche Ansätze, die die Förderung einer bio-veganen Landwirtschaft einbeziehen. Kein Tier geht freiwillig in den Tod. Immer wieder gibt es Geschichten von Tieren, die aus dem Schlachthof fliehen. Sie überqueren Bahngleise, Felder und Flüsse und werden am Ende doch eigentlich immer erschossen. Für viele von ihnen war es das einzige Mal, dass sie die Welt außerhalb eines Stalles gesehen haben. Am Ende stirbt auch mit der besseren Betäubungsanlage und dem geschulteren Personal ein Tier gegen seinen Willen, das nicht hätte sterben müssen. Und letztlich wird dies immer durch Form von Gewalteinwirkung wie einem Messerstich passieren. Und genau hier liegt auch das Problem, wieso die Tierquälerei auch im Hochpreissektor wie „bio“ oder „regional“ ständig vorkommt. Ein Mensch, der seinen Unterhalt damit verdient, Stunden am Tag einem lebenden und fühlenden Wesen ein Messer in den Leib zu rammen, muss zwangsweise abstumpfen. Die erhöhten Raten an Depressionen und Selbstmord in diesem Berufszweig sind bekannt.

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg begrüßt zwar kurzfristig jede Maßnahme, die das Leid der Tiere verringert. Dennoch sind wir enttäuscht, dass in keiner Weise versucht wird, die Förderung der pflanzlichen Lebensweise in die Lösungsstrategie einzubauen. Dabei ist dies unerlässlich für das Wohl der Tiere, das Klima und unsere Gesundheit.

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Gesetzesanträgen finden Sie auf unserer Website: https://www.tierrechte-bw.de/index.php/news-leser/stellungnahme.html







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