NABU begrüßt den Bau der ersten elektrischen Scandlines-Fähre

08.11.21
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Von NABU

Miller: Nächste Bundesregierung muss Antriebswende in der Schifffahrt einleiten

Die Reederei Scandlines hat heute den Bau einer Fähre bekannt gegeben, die die Fahrt über den Fehmarnsund rein elektrisch mit regenerativ erzeugtem Strom bestreiten wird. Es ist damit das weltweit erste Fährschiff dieser Größenordnung, das emissionsfrei unterwegs sein wird. Der NABU begrüßt diesen Schritt. Deutschlands größter Umweltschutzverband begleitet die Reederei seit vielen Jahren als Kooperationspartner, denn Scandlines hat sich eine emissionsfreie Flotte als Ziel gesetzt.

Dazu Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Das Projekt ist beispielgebend für die ganze Branche. Scandlines senkt nicht nur die eigenen Emissionen erheblich, sondern beweist, dass heute schon Hochseeschiffe komplett ohne Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen fahren können.“ Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen ergänzt Miller: „Die neue Regierung muss die kommende Legislatur dazu nutzen, die Antriebswende in der Schifffahrt einzuleiten. Dazu gehört neben klaren Klimaschutzvorgaben die Einbeziehung der Schifffahrt in den Emissionshandel, der Wegfall der Steuerbefreiung für marine Kraftstoffe sowie eine Landstrompflicht. Die Nutzung von fossilem Gas als Energieträger darf hingegen nicht weiter gefördert werden.“

Sönke Diesener, NABU-Schifffahrtsexperte: „Die Schifffahrt ist lange unter dem Radar der öffentlichen Aufmerksamkeit gesegelt, steht nun aber gemeinsam mit der Luftfahrt als eine derjenigen Branchen im Fokus, die beim Klimaschutz bisher kaum vorangekommen sind. Die Elektrifizierung des Seeverkehrs auf kürzeren Strecken, wie es Scandlines vormacht, sowie die Versorgung des Hochseeverkehrs mit erneuerbaren Treibstoffen wird ein Kraftakt für die Industrie, der nur gelingen kann, wenn der Gesetzgeber ambitionierte Ziele definiert und deren Umsetzung entsprechend fördert Der Aufbau von Produktionskapazitäten für synthetische Kraftstoffe und ein Förderprogramm ,Saubere Schifffahrt‘ erleichtern den Umstieg auf emissionsfreie Antriebe und stärken gleichzeitig die technologische Kompetenz an Hafen- und Werftstandorten.“

Der Schritt klimaneutral zu fahren, ist ökonomisch absolut sinnvoll, denn Strom wird mittelfristig die kostengünstigste Möglichkeit sein, ein Schiff auf der kurzen Strecke zu betreiben. Wenn die Schifffahrt künftig, wie unter anderem von der Europäischen Kommission vorgesehen, für jede emittierte Tonne CO2 zahlen muss, verbessert sich diese Gesamtkostenrechnung für alle, die abgasfrei unterwegs sind. Gleichzeitig braucht es nach Meinung des NABU mehr Anstrengungen der Schifffahrt, die Meere leiser zu machen. Auch hier können und müssen innovative Schiffskonzepte ihren Beitrag leisten, um zum Beispiel Schweinswale in Nord- und Ostsee besser zu schützen.







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