NABU zur EU Taxonomie: Greenwashing für Risikotechnolgien

09.11.21
UmweltUmwelt, Internationales, Politik, TopNews 

 

Von NABU

Krüger: EU-Kommission droht bei EU Taxonomie auf teure Fehlanreize bei Gas, Atom und Agrar zu setzen

Auf dem europäischen Parkett droht eine fatale Weichenstellung zentrale Klimaschutz- und Umweltschutzziele zu unterlaufen. Die Idee: Neben der Energieerzeugung aus Gas soll Atomenergie in den Reigen der nachhaltigen Finanzanlagen aufsteigen. Eine entsprechende Einstufung könnte Anfang Dezember durch die EU-Kommission im Zuge des hohen Drucks aus den Mitgliedsstaaten stattfinden. Die Folgen wären fatal: Statt privates Kapital in den Ausbau erneuerbarer Energien zu lenken, drohen weitere Investments in alte, riskante Technologien.

Mit der sogenannten Taxonomie erarbeitet die EU ein zentrales Instrument des Green Deals. Das Ziel: Finanzflüsse sollen in nachhaltige Aktivitäten umgelenkt werden, um so die zentralen Klima- und Umweltschutzziele zu erreichen. Frankreich und einige osteuropäische Staaten wollen jedoch auch Atomenergie und Gas als nachhaltige Finanzanlage klassifizieren. Darüber hinaus kursieren Nachhaltigkeitsstandards für Agrar- und Forstwirtschaft, die viele strittige Teile des Agrarsektors als nachhaltig ausweisen würden. Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen scheint diesem Druck nun nachzugeben. Während in Berlin über eine neue Koalition verhandelt wird, könnten in Brüssel Tatsachen geschaffen werden. Die neue Bundesregierung stünde dadurch langfristig vor höheren Transformationskosten.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger merkt an: „Nachhaltige Investitionen sind ein wirksamer Hebel hin zu einem stärkeren Natur- und Klimaschutz. Wenn jetzt alte, riskante und emissionsintensive Technologien und klimaschädliche Aspekte der Landwirtschaft unter dem Label der Nachhaltigkeit an Investoren verkauft werden, dann passieren zwei Dinge. Erstens werden falsche Anreize gesetzt und zweitens fehlt das Geld dann bei den Technologien, die wirklich für eine klimaneutrale Transformation der Energiewirtschaft stehen. Das gilt nicht nur in der EU sondern auch in Deutschland. Wir sehen, dass die geschäftsführende Bundesumweltministerin sich da erfreulich klar positioniert hat. Die zukünftige Bundesregierung unter Olaf Scholz sollte hier ebenfalls eine klare Linie formulieren.“

Klima- und Naturschutz waren das zentrale Wahlthema. Bislang hinkt der selbstplakatierte Klimakanzler Scholz den Erwartungen hinterher, allerdings liegen die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen auch noch nicht vor.







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