Moderner Fünfkampf präsentiert Tierquälerei

19.08.21
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Von LAG Tierschutz in und bei DIE LINKE. NRW

LAG Tierschutz in und bei DIE LINKE. NRW fordert Ersetzung des Springreitens

Die olympischen Werte – Höchstleistung, Freundschaft und Respekt – bilden weltweit die Grundlage für einen fairen und nachhaltigen Sport und stehen im Zentrum der Olympischen Bewegung - so wird zitiert.  Doch das gilt nicht für alle Teilnehmenden. Schon garnicht für die Pferde. Wieder ist der Reitsport in scharfe Kritik geraten. Olympia 2021 in Tokio - erschreckende Szenen, die wir gesehen haben beim ´modernen Fünfkampf´ zeigten gleich mehrere überforderte Pferde und Reiter:innen. Vor allem bei der deutschen Athletin samt der deutschen Trainerin gaben diese Bilder den Leistungsdruck, eine Empathielosigkeit und Unqualifiziertheit wieder, die ihres Gleichen sucht.  Das Pferd zum Sportgerät degradiert, geprügelt, gnadenlos zu funktionieren, um den Menschen zum Erfolg zu tragen. Die Trainerin wurde von Olympia ausgeschlossen. Ein womögliches `Bauernopfer´wie wir meinen.

Das unsägliche Reglement im Fünfkampf Pferde zu vernutzen gehört abgeschafft! Das ist schon längst überfällig! Die Sportler:innen haben in ihrer langen Vorbereitungszeit überhaupt keine Zeit für ein intensives Reit-Training, ganz zu Schweigen zu einem ausgeglichenen Umgang mit dem Pferd. Häufig ungenügendes Einfühlungsvermögen und Horsemanship. Die Pferde werden den Teilnehmer:innen vor dem Wettkampf zugelost und sollen funktionieren. 20 Minuten Reit-Zeit um sich aneinander kennen zulernen und 5 Probesprünge stehen jedem Paar vor dem Wettkampf zur Verfügung. Im modernen Fünfkampf wird das sensible Pferd schonungslos zum Sportgerät erklärt.

Die Zuständigkeit für das Regelwerk des modernen Fünfkampfes liegt beim Weltverband des modernen Fünfkampfes UIPM. Er weigert sich, auch nach den vergangenen Vorkommnissen bis jetzt, die Reiterei als Disziplin heraus zunehmen und durch eine andere zu ersetzen.   Die nationalen Mitgliedsverbände sollten sich aber beim Kongress im November "an einer gemeinsamen Anstrengung zur Sicherung der Zukunft des Reitens im Modernen Fünfkampf" beteiligen, hieß es in der Mitteilung des Weltverbands weiter.    Auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN sieht einen dringenden Handlungsbedarf zur Änderung des Regelwerkes für den modernen Fünfkampf, ist aber nicht dafür zuständig. „Als Fachverband für den Pferdesport sehen wir die Reiterei im Modernen Fünfkampf kritisch. Unser Verständnis der Reiterei liegt in der Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd und nicht darin, das Pferd als Sportgerät zu betrachten", so eine Stellungnahme der FN.

Noch ein schwerer Schatten liegt auf den Olympischen Reit-Wettbewerben: Das Schweizer Pferd Jet-Set, das am Samstag die Geländeprüfung in der Vielseitigkeit absolviert hatte, musste wegen einer dort erlittenen schweren, irreparablen Verletzung eingeschläfert werden.

Laut Berichterstattung galoppierte der 14 jährige Wallach zunächst frisch über die Geländestrecke. Am letzten Wasserkomplex kam das Paar etwas müde an, überwand aber noch ohne Probleme die Hindernisse. Beim Herausreiten aus dem Wasser ging der Braune lahm.

Immer wieder erleben wir schwere Unfälle und Verletzungen von Reiter:innen und Pferden im Vielseitigkeitsreiten der sogenannten ´Krone des Reitsportes`. Obwohl in den letzen 15 Jahren einiges an Regeln und Sicherheitsvorschriften verschärft wurde. Auch hier ist ein Umdenken längst überfällig!  Wir sagen: Es reicht! Genug ist genug!

Update: Inzwischen haben der Deutsche Tierschutzbund und die in der Schweiz ansässige Tierschutzorganisation IG Wild beim Wild Strafanzeige wegen Tierquälerei erstattet. Das begrüßen wir sehr.

 

Sprecher:innenrat der LAG Tierschutz DIE LINKE. NRW

Sandra Lang, Alex Kaltheis, Uschi Kappeler, Patrick Haas, Edith Bartelmus-Scholich







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