Berlin: Forderung an zukünftige Koalition: Eigenständige Senatsverwaltung für Klima- und Umweltschutz - Radwege nicht zu Lasten von Grün

28.10.21
UmweltUmwelt, Bewegungen, Berlin, TopNews 

 

Von FUSS e.V., NaturFreunde Berlin,  NABU Berlin, Berliner Netzwerk für Grünzüge und  Grüne Radler Berlin

Naturschutz- und Verkehrsverbände im Bündnis „Natur statt Asphalt – Entsiegelt Berlin!“ fordern eine andere Organisation des Senats. „Es war ein Fehler, Verkehr und Umwelt in einer Behörde zu vereinen. Dadurch ist die Umwelt buchstäblich unter die Räder gekommen. Nötig ist jetzt eine eigene Senatsbehörde für Umwelt- und Klimaschutz, die sich mit ganzer Kraft für eine klimagerechte Umgestaltung Berlins und unsere natürlichen Lebensgrundlagen einsetzt“, sagt Uwe Hiksch, stellvertretender Vorsitzender der NaturFreunde Berlin.

Das Bündnis  – gebildet aus FUSS e.V., NaturFreunde Berlin und das Berliner Netzwerk für Grünzüge – fordert außerdem, gemeinsam mit der Initiative „Grüne Radler Berlin“, die verbindliche Vereinbarung eines Planungs- und Finanzierungsstopps für die Versiegelung und den Ausbau von Wegen in der Berliner Koalitionsvereinbarung. Neue Radwege in Berlin sollen nicht zu Lasten von Grün, offenem Boden und Erholung entstehen.  Hier hilft der Blick nach München, wo Radrouten grundsätzlich nicht durch Parks gelegt werden. Die Bündnispartner fordern die künftige Berliner Koalition auf, sich festzulegen: Neue Wege für das Fahrrad auf den 5.500 Kilometern Straßen in Berlin zu schaffen, nicht aber zulasten von Parks und an grünen Ufern.

Der Senatsentwurf des Radnetzes Berlin sieht Radschnellwege und -routen durch mindestens 23 Parks und Grünanlagen vor – allein fünf davon durch den Tiergarten, ferner an der Spree in Moabit und Charlottenburg, am Teltowkanal in Steglitz, Neukölln und Treptow, im Hans-Baluschek-Park und Insulanerpark in Schöneberg, an der Panke  und durch den Volkspark Rehberge im Wedding, durch den geplanten Liesenbrückengrünzug in Mitte, durch das Landschaftsschutzgebiet zum Rangierbahnhof Pankow, durch den Spekte-Grünzug in Spandau sowie durch Grünzüge in Wilmersdorf, der Gropiusstadt, Marzahn und anderswo. Nach Angaben des Senats sind insgesamt 63 Kilometer solcher Wege geplant.

Meist sollen hier Bäume und Büsche gerodet und fast überall sollen bisher offener Erd- oder Wiesenboden asphaltiert werden. Asphalt versiegelt nicht nur unsere Landschaft – mit den bekannten Folgen für Wasserhaushalt, Natur und auch die Gesundheit unserer Gelenke.  Asphalt signalisiert auch, dass es hier um Verkehr und Tempo geht, nicht um entspanntes Spazieren. Auf Radschnellwegen soll das Gehen sogar ganz verboten werden. „Das steht im krassen Widerspruch zum nötigen Schutz von Stadtnatur, zur Erholung und Bewegung vor der Haustür“, kritisiert Roland Stimpel, Vorstand des FUSS e.V. „Wir wollen Radverkehr fördern – aber auf den 5.500 Kilometern Straßen in Berlin, nicht zu Lasten des wertvollen Grüns. Auch dort soll Radfahren möglich sein – aber natur- und erholungsfreundlich und nicht schnell, dominant und auf Kosten von Grün und Erholung.“

 

Bündnis „Natur statt Asphalt – Entsiegelt Berlin!“
Im Bündnis „Natur statt Asphalt – Entsiegelt Berlin!“ setzen sich der FUSS e.V., die NaturFreunde Berlin und das Berliner Netzwerk für Grünzüge („Grünzüge für Berlin“), die Grünen Radler Berlin und zahlreiche Bürgerinitiativen gemeinsam für die weitestmöglich entsiegelte Stadt ein.







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