Appell an Hamburgs Grüne: Jetzt Position beziehen gegen das Verfeuern von Holz in Großkraftwerken!

09.09.21
UmweltUmwelt, Bewegungen, Hamburg, Wirtschaft, TopNews 

 

Von Robin  Wood

ROBIN WOOD hat heute Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan und die Landesvorsitzende der Grünen, Maryam Blumenthal, aufgefordert, dem Verfeuern von Holz in Kraftwerken eine klare Absage zu erteilen.

In einem Offenen Brief bezieht sich ROBIN WOOD auf den Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck. Habeck, der für den 20. September zu einer Wahlkampfveranstaltung am Hamburger Fischmarkt eingeladen ist, hatte sich kürzlich gemeinsam mit weiteren fachlich ausgewiesenen grünen Politiker*innen in dem Papier „Zukunft für die heimischen Wälder sichern“ deutlich gegen diese Form der Energieproduktion positioniert: „Eine Verfeuerung von Holz in Kohlekraftwerken“, heißt es darin, „ist klima- und ressourcenpolitischer Irrsinn, der keine Förderung verdient. Denn die Holzverbrennung setzt in kurzer Zeit frei, was in vielen Jahrzehnten an Kohlenstoffdioxid im Wald gespeichert wurde.“  

Im aktuellen Bundestagswahlprogramm der Grünen findet sich ebenfalls eine Absage an die Holzverfeuerung: „Naturholz ist als Rohstoff vielfältig einsetzbar und zu wertvoll, um es in Großkraftwerken zu verbrennen.“

Von den Hamburger Grünen fehlt hingegen eine klare Positionierung gegen das Verfeuern von Holzbiomasse zur Energieerzeugung. Vielmehr startete die grün geführten Umweltbehörde BUKEA einen Prüfprozess zur Umrüstung des Heizkraftwerks Tiefstack auf Buschholz aus Namibia. Trotz anhaltender Kritik von Umweltorganisationen und Wissenschaftler*innen hat die BUKEA diesen Prüfprozess im Mai 2021 lediglich „bis auf weiteres“ ausgesetzt, aber nicht für beendet erklärt. Dieser Schritt ist überfällig.

„Wir fordern von Umweltsenator Kerstan und von der von ihm geführten Umweltbehörde, den Prüfprozess für die Umrüstung des Heizkraftwerks Tiefstack auf Holzverbrennung endgültig abzusagen. Herr Kerstan, klären Sie auf über die falschen Öko-Versprechen der Biomasse-Lobby. Mit Holzverfeuerung in Kraftwerken ist auch hier in Hamburg kein Klimaschutz zu machen“, sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin.

„Der schnelle Ausstieg aus der Kohle und eine wirkliche Wärmewende mit erneuerbaren Energien sind Schlüsselelemente zur Bekämpfung der Klimakrise. Wer stur am Verbrennen von Ressourcen festhält, blockiert die Wärmewende“, sagt ROBIN WOOD-Energiereferentin Ronja Heise.

„Was der grüne Bundesvorsitzende Robert Habeck für ‚klima- und ressourcenpolitischen Irrsinn‘ erklärt, wollen sich seine Hamburger Parteikolleg*innen als Option für die Energiewende offen halten. Das passt nicht zusammen. Hier müssen die Hamburger Grünen dringend für Klarheit sorgen und dem Verfeuern von Holz in sämtlichen Hamburger Kraftwerken einen Riegel vorschieben“, sagt Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin.

Den Offenen Brief im Wortlaut finden Sie hier: https://www.robinwood.de/sites/default/files/OffenerBrief_RobinWood_HamburgerGr%C3%BCne.pdf







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