Grüne Jugend Saar kritisiert die Kurzstreckenflüge von Saarbrücken nach/über Luxemburg

06.06.08
UmweltUmwelt, Internationales, Saarland, TopNews 

 

Stattdessen gemeinsamen ÖPNV-Verband für die Großregion SaarLorLux gefordert

Saarbrücken (sk) - Flugstrecke sei eine ökologische Katastrophe, meint die Grüne Jugend an der Saar - Lob gibt es hingegen für die Wiederbelebung der Bahnstrecke Merzig-Luxemburg.

Mehrmals täglich starten vom Flughafen Ensheim aus Flugzeuge in Richtung Luxemburg Stadt. Mit lediglich 25 min Flugzeit, wobei Start und Landung den größten Teil dieser 25 min einnehmen, handelt es sich um die kürzeste Strecke, die von Saarbrücken-Ensheim erreichbar ist. Ziele wie London können von Saarbrücken aus nur mit Zwischenlandung in Luxemburg Stadt erreicht werden, Ziele wie München und Hamburg von Luxemburg Stadt aus nur mit Zwischenlandung in Saarbrücken. "Eine solche Flugstrecke ist eine klimapolitische und ökologische Katastrophe." so Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar.

"Flugverkehr ist das klimaschädlichste Transportmittel und hierbei ist insbesonders die Start und Landephase sehr schadstoffintensiv. Bei einem Kurzstreckenflug z.B. von Luxemburg nach München verdoppeln sich somit fast die Emissionen, da durch die Zwischenlandung in Saarbrücken jeweils zwei Start- und Landephasen in geringem Zeitraum stattfinden. Es kann daher nicht sein, dass hier Flüge mit Zwischenlandung in Luxemburg oder in Saarbrücken weiterhin angeboten werden. Das ist sowohl ökologisch als verkehrspolitisch das falsche Signal. Hier muss schnellstmöglich eine Kerosinsteuer und ein Emissionshandel her, die solchen ökologischen Irrsinn allein schon aus Kostengründen unterbinden." Als Saarländer könne man zudem auch problemlos direkt vom Luxemburger Flughafen abfliegen und dadurch Emissionen einsparen. Laut Grüner Jugend Saar sei die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke Merzig-Luxemburg der richtige Weg, um Zwischenlandungen zu vermeiden.

Die Bahn-Verbindung Merzig-Luxemburg soll im nächsten Jahr für rund 10 Millionen Euro wiederbelebt und auch für die Strecke Saarbrücken- Luxemburg wird nun ein Gutachten erstellt werden. Die Grüne Jugend Saar begrüßt dieses Vorgehen. Die Reaktivierung sei ein wichtiger Schritt, um den ÖPNV in der Großregion attraktiver zu gestalten und mache Luxemburg als Ziel von Berufspendlern wieder interessant. "Wir unterstützen auch insbesonders die direkte Zuganbindung von Saarbrücken nach Luxemburg und sprechen uns für einen gemeinsamen ÖPNV-Verbund in der Großregion SaarLorLux aus. Besonders im Zuge der Bahnprivatisierung muss das Saarland darauf achten, nicht vom restlichen Europa abgekoppelt zu werden. Die Reaktivierung der Strecken Merzig-Luxemburg und Saarbrücken-Luxemburg in Verbindung mit einem geplanten gemeinsamen Verkehrsverbund würde die Rolle des Saarlandes in der Großregion SaarLorLux deutlich steigern und die Mobilität besonders für Pendler deutlich erhöhen." meinte Comtesse. So würden durch die geplante Reaktivierung auch Ziele wie der Luxemburger Flughafen wieder einfacher zu erreichen sein und die sinnfreien Zwischenlandungen von Luxair könnten entgültig gestrichen werden. Der Interregionale Parlamentarierrat (IPR) befasst sich heute (Freitag) bei seiner 40.Plenarsitzung in Luxemburg u.a.mit der Entwicklung eines ÖPNV-Verbundes für die Großregion.







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