Atomklo Saar-Lor-Lux? Politik muß Schweigen brechen!

07.02.09
UmweltUmwelt, Rheinland-Pfalz, Saarland, Internationales, TopNews 

 

Widerstand gegen alle Endlagerprojekte in Lothringen gefordert -Warum schweigt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Conrad? Warum schweigt Luxemburg?

Trier (sk) - Wie der Trierische Volksfreund mehrfach berichtet, könnte - als Alternative zu Gorleben -- im lothringischen Bure ab 2025 auch hochradioaktiver Atommüll aus Deutschland eingelagert werden. Zudem ist jetzt ein weiteres Endlager für schwachradioaktiven Müll geplant. Drei Gemeinden sind noch im Gespräch, nachdem andere aufgrund des Widerstands aus der Bevölkerung ausschieden.

"Der saarländische Landtag hat sich als ersten begrüßenswerten Schritt gegen das Atommülllager für schwachradioaktiven Müll ausgesprochen ? zum fertig ausgebauten, aber noch nicht in Betrieb befindliche Endlager für hochradioaktiven Müll in Bure wird aber bisher geschwiegen. Doch wer schweigt stimmt zu: ?Saar Umweltminister Mörsdorf (CDU) gibt der Atomindustrie damit Rückendeckung, denn für den Weiter­betrieb der Atomanlagen soll Bure eine Scheinlösung für das ansonsten unlösbare Atommüllproblem abgeben." So Markus Pflüger von der Trierer Antiatomgruppe Stop Bure.

"Wir fordern die saarländische und rheinland-pfälzische Landesregierungen sowie Luxemburg auf, ihr Stillschweigen zu beenden und Position gegen die Großregion als Atomklo und besonders gegen Bure zu beziehen! Hier zeigt sich wer sich ernsthaft für eine ökologische Energiewende einsetzt oder die Riskio­technologie Atomenegerie durch Ignoranz unterstützt!" sagte Julia Bäuerlein von der Stop Bure Gruppe Trier.

"Sonst wird mit Bure eine weitere große und dauerhafte Atomanlage in der Großregion trotz Wider­stand der Bevölkerung von der Politik stillschweigend protegiert" so die AtomkraftgegnerInnen. "Alle Parteien und die Bevölkerung sind aufgefordert, den Widerstand gegen alle Endlagerprojekte in Lothringen zu unterstützen. Neben juristischem und politischem Widerstand, beispielsweise grenz­überschreitenden Umweltverträglichkeits­prüfungen, gehört dazu auch die Abkehr von regional aktiven Atomkonzernen wie RWE. "Wir wollen kein Atomklo in Saar-Lor-Lux noch anderswo ? der unverantwortliche Betrieb von Atomanlagen muss sofort beendet werden." so die Stop Bure Gruppe Trier.

Zwei Dinge sind dabei bemerkenswert:

1. Bure ist offiziell nur ein Foschungslabor - die Politik be­stätigt mit Ihren Äußerungen, was Atomkraftgegner schon lange befürchten: Der Standort scheint entgegen dem französischen Recht schon festzustehen, so heißt es im saarländischen Landtag: "In Bure bei Metz gibt es bereits ein Endlager." Kein Wunder, wo Millionen zur Be­stechung in eine Region gepumpt werden, geht es nicht um geologischen sondern um politische Widerstandsfähigkeit und die ist in Bure bewusst politisch geschwächt und medial vernachlässigt worden.

2. Gegen das seit 2008 geplante grenznahe Endlager für schwachradioaktiven Müll sind alle Parteien im saar­ländischen Landtag. Zum viel gravierenderen Endlager für hochradioaktiven Müll in Bure, wo auch die deutsche Atomwirtschaft "mitforscht", schweigen dagegen alle Regierungen der Großregion seit gut 10 Jahren.

Hintergrund: - Starke atomare Belastung der Großregion: Neben Urantransporten durch die Region, der größten französischen Atomanlage Cattenom mit regel­mäßigen Störfällen sowie zwei oberirdischen Atommülllagern für mittelradioaktiven Müll im Departement l'Aube (Soulaines + Morvilliers) ist zusätzlich zu dem Endlager für hochradioaktiven Müll in Bure aktuell noch ein weiteres Endlager für schwachradioaktiven Müll geplant. Zuletzt war das Örtchen Dalhain als Standort im Gespräch. Seine Bürger wehrten sich jedoch mit Erfolg.







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