A 44 - überflüssig und nicht finanzierbar

24.09.10
UmweltUmwelt, Bewegungen, Hessen, News 

 

ROBIN WOOD protestiert beim Spatenstich für neues Autobahnteilstück

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute Mittag beim ersten Spatenstich für den Bau eines weiteren Teilstücks der A 44 den Stopp dieses überflüssigen und teuren Verkehrsprojektes gefordert. Sie entrollten bei der Inszenierung des Baubeginns in Hessisch Lichtenau-Küchen im Beisein von Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) ein Transparent mit dem Slogan „Wald statt Asphalt - Laster vom Pflaster“. Die A 44 soll von Kassel-Ost bis Wommen bei Eisenach führen. Sie wird mindestens 1,4 Milliarden Euro kosten und sieben europäische Naturschutzgebiete sowie große Waldgebiete zerschneiden.

Der Bau der A 44 zählt zu den letzten Verkehrsprojekten deutsche Einheit (VdE). Die Strecke verläuft durch einen ökologisch und geografisch besonders schwierigen Planungsraum. Das stellte auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im Sachstandsbericht zu den VdE-Projekten vom August 2010 zutreffend fest. Von insgesamt elf Teilabschnitten ist bisher einer fertig gestellt, zwei weitere sind im Bau. Große Teile der insgesamt 65 Kilometer langen Neubaustrecke sind noch nicht einmal planfestgestellt (siehe Karte http://www.robinwood.de/Geplanter-Autobahnverlauf.503.0.html).

Bis zum Ende des Jahres wird das Bundesministerium für Verkehr den Bedarf neu bewerten und den Investitionsrahmenplan überarbeiten. Dabei könnte wegen der angespannten Haushaltslage und dem zweifelhaften Bedarf auch das Budget für die A 44 zusammengestrichen werden. Prognostiziert wird für die A 44 ein Verkehrsaufkommen von 14.700 Kfz pro Tag. Das ist weniger als ein Drittel des durchschnittlichen Verkehrsaufkommens auf deutschen Autobahnen.

„Der Bedarf ist nicht gegeben, und die Finanzierung ist nicht gesichert. Minister Posch aber verfährt nach dem Motto `Augen zu und durch´ und setzt sich medienwirksam beim ersten Spatenstich in Szene“, kommentiert Klaus Schotte von der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Kassel. „Das ist billige Stimmungsmache für ein Projekt, das aus guten Gründen auf der Kippe steht.“

„Statt Mittel für die Verkehrsinfrastruktur in teure und ineffiziente Neubauten zu stecken, muss damit der Unterhalt des bestehendes Straßennetzes und die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene finanziert werden“, fordert ROBIN  WOOD-Verkehrsreferentin Monika Lege. „Ein `Weiter so´ auf Kosten der Natur können wir uns in Zeiten der Klima- und Finanzkrise nicht mehr leisten. ROBIN WOOD fordert einen sofortigen Bau- und Planungsstopp für die A 44.“







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