NABU: Folgen der Oder-Umweltkatastrophe noch jahrelang spürbar

15.08.22
UmweltUmwelt, Internationales, Brandenburg, TopNews 

 

Von NABU

Miller: Geplanter Ausbau der Oder muss gestoppt werden

Noch immer ist nicht bekannt, wer oder was das verheerende Fischsterben in der Oder ausgelöst hat. Klar ist schon jetzt: Das Ökosystem des Flusses ist auf Jahre geschädigt. Seit dem Bekanntwerden der Katastrophe in der vergangenen Woche suchen die Behörden nach einer Ursache.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Folgen dieses furchtbaren Ereignisses werden uns noch jahrelang beschäftigen. Es muss jetzt alles darangesetzt werden, die Verursacher dieser Umweltkatastrophe zu finden und – soweit möglich – weitere Schäden zu begrenzen und in Zukunft zu verhindern. Es zeigt sich erneut sehr deutlich, dass unsere Flüsse dringend renaturiert und die Widerstandsfähigkeit von Fluss und Aue gegen derartige Umweltschädigungen erhöht werden müssen. Die Ausbaupläne der polnischen Regierung müssen ausgesetzt werden, stattdessen muss ein umfassendes Sanierungs- und Renaturierungskonzept für den Fluss erarbeitet werden. Dafür muss sich Umweltministerin Steffi Lemke einsetzen.” 

Hintergrund:

Vergleichbar mit der Katastrophe am Rhein von 1986, als nach einem Unfall im Chemiekonzern Sandoz mit giftigen Chemikalien belastetes Löschwasser ein massenhaftes Fischsterben und gravierende Schäden am Ökosystem verursacht hat, sind nun auch in der Oder weitreichende und jahrelange Auswirkungen auf das gesamte Oder-Ökosystem zu erwarten.

Der NABU fordert von den beteiligten Regierungen ein Aktionsprogramm zur Renaturierung und Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des Ökosystems Oder. Dazu gehören groß angelegte Sanierungsmaßnahmen für die betroffenen Abschnitte der Oder und eine umfangreiche Renaturierung des ohnehin streckenweisen schon stark belasteten Flusses. So wird die Artenvielfalt erhöht und die Resilienz gegen Umweltschädigungen und die Klimakrise verbessert. Die Katastrophe muss schnellstmöglich aufgearbeitet werden – in enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen der Tschechischen Republik, Polen und Deutschland. Dies muss von der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO) koordiniert werden und eine lückenlose Aufarbeitung der Gründe erfolgen, wieso Meldewege nicht funktioniert haben.

Zudem fordert der NABU eine ambitionierte Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU bis 2027, deren Ziel ein guter ökologischer sowie ein guter chemischer Zustand des Gewässers sein muss. Eine Verbesserung des chemischen Zustands der Gewässer ist von fundamentaler Bedeutung, insbesondere auch im Hinblick auf eine hohe Wasserqualität sowie den Trinkwasserschutz.







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