Wenn Umwelt krank macht – Umweltbelastung und Brustkrebs

09.11.10
UmweltUmwelt, Feminismus, News 

 

von WECF und AKF

WECF und AKF nehmen mit der neuen Broschüre „Die verkannte Gefahr - Umweltbelastung und Brustkrebs“ denZusammenhang von Umweltbelastungen und Brustkrebs unter die Lupe und fordert mehr politisches Engagement
 
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wenn es um die Krankheit geht, dann meist um ihr medizinisches Management. Die öffentliche Darstellung von Brustkrebs ist geprägt vom Appell zur Früherkennung und von Erfolgsmeldungen zu neuen Behandlungsmöglichkeiten und pharmazeutischen Errungenschaften. Während der Fokus der Ursachenforschung auf genetischen und biochemischen Aspekten liegt, werden giftige Stoffe und hormonell wirksame Substanzen weitgehend vernachlässigt.
 
Diese Lücke füllt nun die längst fällige Broschüre „Die verkannte Gefahr: Umweltbelastungen und Brustkrebs“, die die beiden großen Frauenorganisationen WECF (Women in Europe for a Common Future) und Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) am vergangenen Wochenende in Berlin vorgestellt haben.
 
Die Broschüre, die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und Ursachen von Brustkrebs thematisiert und sich direkt an die Frauen, Politik und Medizin richtet, ist die erste Veröffentlichung dieser Art in deutscher Sprache.
 
„Es gibt längst Studien, die die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und Brustkrebs untersuchen“, so Alexandra Caterbow, Chemikalienexpertin von WECF. „Und es gibt Hinweise, dass verschiedene Chemikalien, mit denen wir alltäglich in Berührung kommen, die Entstehung von Brustkrebs begünstigen. Zur Verbreitung solcher Informationen wollen wir mit vorliegender Broschüre beitragen. Wir wollen eine Diskussion anstoßen, in der umfassender nach den Ursachen von Brustkrebs gefragt wird. Und wir wollen Angst abbauen und dazu ermutigen, sich in Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltpolitik einzumischen. Denn nicht nur im Zusam­menhang mit Brustkrebs gilt: Heilen ist gut, doch vermeiden ist besser.“
 
Vermeidbare Risiken gehen beispielsweise von Umweltöstrogenen (endokrinen Disruptoren) aus, die unter anderem die Entstehung von Brustkrebs begünstigen können. Ob Bisphenol A (BPA), Phthalate, Parabene oder Pestizide in Insektenschutzmitteln und Herbizide in Pflanzenschutzmitteln, Dioxine, Flammschutzmittel, DDT-Rückstände, bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetika, Hormone in der Nahrung, industrielle Karzinogene oder organische Lösungsmittel: Frauen sind heute zahlreichen vermeidbaren Gefährdungen ausgesetzt. Weniger schädliche Chemikalien bedeuten auch weniger Brustkrebs. Die Broschüre bietet Frauen Informationen zum Selbstschutz und bindet die Politik mit zentralen Forderungen ein.
 
Die Broschüre, die von WECF bereits in englischer, französischer und holländischer Sprache veröffentlicht wurde, wurde nun gemeinsam mit dem AKF überarbeitet und ins Deutsche übertragen. Die Broschüre kann bezogen werden über den AKF Berlin (link: www.akf-info.de) und über WECF (www.wecf.eu; buchbestellung@wecf.eu).
 
Download: www.wecf.eu/english/publications/2010/breastcancer-deutsch.php

Über WECF
WECF ist ein internationales Netzwerk von über 100 Frauen- und Umweltorganisationen in 40 Ländern, die gemeinsam an einer nachhaltigen Entwicklung, dem Schutz der Umwelt und der Gesundheit sowie der Armutsbekämpfung arbeiten. Durch unsere Projekte und Programme entwickeln wir praktische und kostengünstige Lösungen im Bereich sicherer Chemikalien und Abfallmanagement, Trinkwasser und Abwasserentsorgung, sichere Energieversorgung und Nahrungsmittel sowie Klima-, Agrar- und Artenschutz. Durch unsere politische Arbeit bringen wir die Perspektiven und Empfehlungen unserer Mitgliedsorganisationen und Frauen in Führungspositionen in nationalen, europäischen und internationalen politischen Prozessen. WECF ist offizieller Partner von UNEP und Mitglied des Europäischen Komitees für Gesundheit und Umwelt (EEHC).
www.wecf.eu

 Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF) als größtes unabhängiges Fachfrauennetzwerk zum Thema Frauengesundheit in Deutschland vertritt Interessen von Frauen und setzt sich für mehr Transparenz und ein nachhaltig solidarisches Gesundheitswesen für alle ein. Zu dem im Jahr 1993 gegründeten AKF gehören Hebammen, Ärztinnen, Psychologinnen und Pädagoginnen, Heilpraktikerinnen, in den Pflegeberufen Tätige, in der Selbsthilfe Engagierte, Gesundheitswissenschaftlerinnen und Berufsverbände und Organisationen wie Frauenberatungsstellen und Frauengesundheitszentren. Der AKF arbeitet eng mit nationalen und regionalen Frauengesundheitsnetzwerken zusammen und bringt Frauenpositionen aktiv und überparteilich in Gesundheitswesen und politische Gremien ein. www.akf-info.de

 

 


VON: WECF UND AKF






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