AtomkraftgegnerInnen stoppen Uranzug!

07.05.12
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

von Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen - AKU (Arbeitskreis Umwelt) Gronau - SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster

-  spektakuläre Abseilaktion bei Münster-Kinderhaus
-  „Urananreicherungsanlage Gronau sofort stilllegen“


Nach Informationen des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen haben AtomkraftgegnerInnen vor wenigen Minuten einen Uranzug aus der Urananreicherungsanlage Gronau bei Münster-Kinderhaus am Bahnübergang Dieckhoffweg (Nähe Kanalstraße) mit einer spektakulären Abseilaktion gestoppt.

Der Uranzug hatte die Urananreicherungsanlage in Gronau gegen 12.10 Uhr mit insgesamt neun großen Waggons und ca. 450 Tonnen Uranhexafluorid (UF6) verlassen. Die Bundespolizei ist in Münster-Kinderhaus vor Ort.

Die AtomkraftgegnerInnen in Münster-Kinderhaus protestieren mit ihrer Aktion gegen den Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage sowie die regelmäßig stattfindenden – und offiziell streng geheimen –  Urantransporte quer durch das Münsterland, Münster sowie quer durch NRW und halb Europa.

Im konkreten Fall scheint es sich um einen Zug mit abgereichertem UF6 zu handeln, der von Gronau zur sogenannten „Dekonversion“ ins südfranzösische Pierrelatte rollen soll. Von dort soll das umgewandelte Uran später per Bahn erneut nach Gronau zur „Zwischen“-Lagerung zurückkommen. Die Endlagerung ist ungeklärt.

In der Vergangenheit haben diese Uranzüge folgende Route gewählt: Gronau-Steinfurt-Münster-Hamm-Lünen-Recklinghausen-Herten-Gelsenkirchen Buer-Gladbeck-Bottrop-Oberhausen-Duisburg-Düsseldorf-Köln-Bonn-Koblenz-Trier-Saarbrücken-Metz-Lyon-Pierrelatte.

Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der AKU Gronau sowie SOFA Münster solidarisieren sich mit der heutigen Protestaktion und fordern von der Bundesregierung sowie der Landesregierung die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau. „Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf nicht weiter den Uranbrennstoff in alle Welt exportieren.“ Zugleich fordern sie vom frisch gewählten französischen Präsidenten François Hollande, die Gronauer Urananreicherungsanlage nicht länger mit Uranhexafluorid aus Frankreich zu beliefern.

Zum Hintergrund: Die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage in Gronau hat derzeit nach Firmenangaben eine Kapazität von rund 4200 Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr. 97% der Produktion gehen in den Export. Damit kann aus Gronau fast jedes 10. AKW weltweit mit Uranbrennstoff zur Brennelementefertigung versorgt werden. Das für die Urananreicherung verwendete UF6 ist radioaktiv und hochgiftig, schon bei Berührung mit Luftfeuchtigkeit bildet sich tödliche Flusssäure. Die Züge fahren trotz aller Gefahren unter anderem am hellichten Tage durch belebte Hauptbahnhöfe, darunter z. B. den Münsteraner Hauptbahnhof.

Uranzug: Kletter-AktivistInnen über den Gleisen !
- Erklärung der AktivistInnen

Nach aktuellen Informationen hängen mehrere AtomkraftgegnerInnen bei Münster-Kinderhaus am Bahnübergang Dieckhoffweg (Nähe Kanalstraße) über der eingleisigen Bahnstrecke vor einem Uranzug aus Gronau. Der Uranzug mit 450 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) soll nach neuesten Informationen über Münster, Hamm, Hagen, Wuppertal nach Köln-Grimberg fahren. Die Weiterfahrt erfolgt über Bonn, Koblenz, Trier, Saarbrücken ins südfranzösische Pierrelatte.

Wir dokumentieren im Folgenden eine Erklärung der Kletter-AktivistInnen vor Ort in Münster-Kinderhaus mit direkten Kontaktmöglichkeiten zu der Klettergruppe:

Abgeseilte AktivistInnen fordern Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau

Luftblockade dauert an

Am heutigen Montag ist etwa um 12 Uhr erneut ein Zug mit abgereichertem Uranmüll aus der Urananreicherungsanlage Gronau aufgebrochen. Zwischen den Bahnhöfen Münster-Häger und Münster-Zentrum-Nord seilten sich mehrere AktivistInnen von Bäumen ab. Der Urantransport steht vor der Protestaktion. Mit ihrer Aktion wollen die Anti-Atom-Aktivist_innen die geheimen Transporte nach Pierrelatte in Frankreich öffentlich machen und den Export von Atommüll stoppen. Wenige Menschen wissen, dass immer wieder Urantransporte durch den Münsteraner Hauptbahnhof fahren. „Es gibt keinen Atomausstieg, wenn die Atomanlagen in Gronau und Lingen unbefristet weiter laufen.“, erklärt eine Aktivistin im Seil, „Die Anlagen produzieren für den Export von Brennstäben. Es ist genauso gefährlich, wenn ein Atomkraftwerk auf der anderen Seite der Grenze in die Luft geht. Radioaktivität kennt keine Grenzen – unser Widerstand auch nicht!“.

Parallel zu der Luftblockade stehen in Greifswald zwei Robin-Wood-Aktivist_innen vor Gericht, weil sie mit einer Ankettaktion einen Castor nach Lubmin um mehrere Stunden aufhalten. Auch die Kletteraktivist_innen in Münster fordern einen Freispruch: „Kriminell ist die Atomindustrie – nicht die Menschen, die sich für eine umweltfreundlichere Energieversorgung einsetzen.“

Hintergrund:


Bis 2009 wurde der abgereicherte Uranmüll als Wertstoff deklariert nach Russland verschifft. Nach zahlreichen Blockaden, Mahnwachen und öffentlichen Protestaktionen in Deutschland und Russland wurden diese Transporte eingestellt. Keiner weiß wohin mit dem Müll. Jetzt wird er nach Frankreich gebracht zur Dekonversionsanlage, dort soll das gefährliche Uranhexafluorid in das stabilere Uranoxid zum Zweck der Zwischenlagerung umgewandelt werden. Atommülltourismus quer durch Europa löst jedoch nicht das Atommüllproblem.

Wegbeschreibung:

Von Münster aus fahren Sie die Grevener Straße Richtung Norden und biegen Sie nach Kinderhaus rechts in die Kanalstraße ein (oder parken Sie auf dem Parkplatz an der Kreuzung), dann sofort in die nächste schmale Straße (Dieckhoffstraße) links rein und weiter bis zum Bahnübergang.

Weitere Informationen:
www.urantransport.de, www.sofa-ms.de, www.kein-castor-nach-ahaus.de, www.aku-gronau.de

 

 

 

 


VON: AKTIONSBÜNDNIS MÜNSTERLAND GEGEN ATOMANLAGEN






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