Ein schönes Leben für Tigerinnen Natascha und Gandhi

26.09.12
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VIER PFOTEN bringt Großkatzen aus deutschem Tierheim nach Südafrika

Von Vier Pfoten

Hamburg, 26. September 2012 – Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat gestern die beiden Bengalischen Tigerinnen Natascha und Gandhi aus dem hessischen Tierheim Rüsselsheim in das VIER PFOTEN-Großkatzenrefugium LIONSROCK in Südafrika gebracht. Ein VIER PFOTEN-Team, bestehend aus Wildtierexperten und freiwilligen Helfern, narkotisierte die beiden Tigerinnen vorgestern in Rüsselsheim und brachte sie in einem Tiertransporter zum Frankfurter Flughafen. Von dort flogen Natascha und Gandhi zusammen mit drei Löwen aus Serbien, die ein zweites VIER PFOTEN-Team am selben Tag aus schlechter Haltung gerettet hat, nach Johannesburg und fuhren dann direkt weiter zum LIONSROCK in Bethlehem (Südafrika).

Helmut Dungler, Präsident und Gründer von VIER PFOTEN, nahm alle fünf Großkatzen gestern im LIONSROCK in Empfang. „Es war für uns alle ein sehr bewegender Moment, als sie aus ihren Transportkäfigen in ihr neues, riesiges Gehege liefen“, berichtet Helmut Dungler. „Nun dürfen sie ein artgerechtes Leben in einer wundervollen Umgebung führen.“

Natascha und Gandhi haben eine traurige Vergangenheit. Die beiden ehemaligen Zirkustigerinnen waren im Jahr 2003 von ihrem Dompteur in einem engen Käfigwagen auf einem Parkplatz im südfranzösischen Marseille einfach abgestellt und allein gelassen worden, nachdem sie im Zirkus ausgedient hatten. Knapp drei Jahre fristeten sie dort auf nur vier Quadratmetern ein qualvolles Dasein. Für ihre Fütterung sorgte ein Zoo, der sie jedoch nicht aufnehmen konnte. Dann wollte die Stadt die beiden Tigerinnen einschläfern lassen. Im Jahr 2006 erfuhr die Tierschutz-Stiftung der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot vom schlimmen Schicksal der beiden Tigerinnen und versuchte sofort, eine neue Bleibe für die beiden zu finden. Brigitte Bardot kontaktierte Zoos weltweit – zunächst ohne Erfolg. Im letzten Moment konnte sie die Tiere im Zoo Lübeck unterbringen, allerdings nur für ein Jahr.

Da das Rüsselsheimer Tierheim schon Erfahrung mit Raubkatzen hatte, konnte es Natascha und Gandhi im Jahr 2007 aufnehmen und ihnen damit das Leben retten. Seitdem lebten die beiden dort in einem kleinen Raubtiergehege. Allerdings wünschte sich Claudia Vietmeier-Kemmler, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Rüsselsheim, ein artgerechtes Zuhause für ihre Schützlinge. „Unsere beiden Katzen wurden von uns gehegt, gepflegt und geliebt“, so Vietmeier-Kemmler. „Aber es war so traurig, diese wunderschönen Tiere im Tierheim zu sehen. Sie gehören nicht hierher. Deshalb freuen wir uns so sehr für sie, dass sie von jetzt an im LIONSROCK leben dürfen.“

Die weite Reise der Großkatzen von Europa nach Afrika bedeutete einen enormen logistischen Aufwand für die Tierschutzorganisation. Wochenlang arbeiteten VIER PFOTEN-Mitarbeiter daran, die für den Transfer nötigen Import- und Exportdokumente zu beschaffen. Da Tiger eine vom Aussterben bedrohte Art sind, muss ihre Herkunft lückenlos nachgewiesen werden, damit die Naturschutzbehörden ihre Aus- und Einreise genehmigen.

Der große Aufwand und die lange Reise haben sich gelohnt für Natascha und Gandhi. Im LIONSROCK dürfen sie bis zu ihrem Lebensende bleiben. Auf dem rund 1.250 Hektar großen Gelände nahe der Stadt Bethlehem nördlich von Lesotho leben mit den Neuankömmlingen insgesamt 81 gerettete Löwen und 4 Tiger sowie Zebras, Gnus, Pferde und Antilopen.

Weitere Informationen über den LIONSROCK finden Sie unter www.lionsrock.org und  http://www.vierpfoten.de/website/output.php?id=1212&language=1 .

 

 







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