Neuer Uranmüllzug Gronau-Frankreich

22.10.12
UmweltUmwelt, NRW, Internationales, TopNews 

 

von Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen - Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau - SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster- BBU (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz)

-       Mahnwache an Urananreicherungsanlage Gronau
-       Landesregierung antwortet ausweichend auf Piraten-Anfragen


Heute Mittag hat gegen 12:00 Uhr erneut ein Uranmüllzug mit ca. 450 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) per Bahn die Urananreicherungsanlage Gronau in Richtung Münster verlassen. Der Uranzug wird gegen 13.20 Uhr den Münsteraner Hauptbahnhof und gegen 13.50 Uhr den Hammer Hauptbahnhof passieren.

Bei den letzten Urantransporten hat der Uranzug dann bis ca. 1 Uhr nachts im Hammer Güterbahnhof an der Günterstraße völlig ungesichert vor der Weiterfahrt durchs Ruhrgebiet Richtung Köln-Bonn-Koblenz-Trier-Saarbrücken-Metz gestanden. Ziel des Uranmülls ist die Atomfabrik im südfranzösischen Pierrelatte.

Atomkraftgegner protestierten heute Mittag mit einer kleinen Mahnwache an der Urananreicherungsanlage Gronau gegen die Abfahrt des Uranmüllzugs. „Dieser Uranmülltourismus ist absolut unverantwortlich, zumal der Uranmüll in umgewandelter Form in einigen Jahren wieder nach Gronau zurückkommen soll. Hier entsteht derzeit mit dem riesigen Uranmüll-Zwischenlager eine völlig neue Atomanlage in NRW – und die Landesregierung schweigt dazu, obwohl sie doch laut Koalitionsvertrag aus der Urananreicherung aussteigen will und „sinnlose und gefährliche Atomtransporte quer durch NRW“ verbieten möchte. Das ist heuchlerisch,“ so Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau.

Atomtransporte durch NRW: „Alarmierende Lücken bei Meldepflicht“


Ausweichend und unvollständig beantwortete für die NRW-Landesregierung Innenminister Jäger jetzt die Kleinen Anfragen 16/374 und 16/375 der Piraten-Fraktion im Landtag. Mit Schreiben vom 11. Oktober (Landtagsdrucksache 16/753 und 16/754, s. Anlagen zur PM) listet der Innenminister für die Jahre 2010 und 2011 nur solche Atomtransporte auf, die einer Meldepflicht unterliegen. So sind zum Beispiel die regelmäßigen Atommülltransporte von der Atommüll-Konditionierungsanlage Duisburg ins Zwischenlager Ahaus gar nicht erwähnt.

Diese kuriose und wenig sachgemäße Praxis der Meldepflicht führt dazu, dass für Gronau zwar 43 bzw. 46 Urantransporte pro Jahr aus Gronau heraus verzeichnet sind, aber nur 9 bzw. ein einziger Urantransport pro Jahr nach Gronau zur Versorgung der Urananreicherungsanlage registriert sind. Hier gibt es also alarmierende Lücken bei der Registrierung und Meldepflicht für Atomtransporte durch NRW.

Ausweichend ist zudem die Antwort zur Sicherheit der Atomtransporte. So spricht Jäger in seiner Antwort auf die Kleine Anfrage 16/375 unter Frage 3 von „Stützpunkten“ entlang der Transportstrecken in NRW, wo man „sicherheitsrelevante Transporte radioaktiver Stoffe vorübergehend unterbringen“ könne. Wo diese Stützpunkte liegen und wie diese speziell ausgerüstet sind, verschweigt die Landesregierung allerdings.

„Wir fordern von der Landesregierung ein aktives Einschreiten gegen die große Anzahl von Urantransporten und Atommülltransporten quer durch NRW sowie einen sofortigen Baustopp für das Uranmüll-Zwischenlager in Gronau und die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau. Wer aus der Atomenergie aussteigen will, darf nicht den Uranbrennstoff in alle Welt exportieren,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
                                                 
Update: Uranzug im Hammer Güterbahnhof

-       stundenlanger Aufenthalt ohne Sicherungsmaßnahmen
-       warum schweigt Landesregierung
 
Der Uranmüllzug, der heute Mittag die Urananreicherungsanlage Gronau per Bahn mit rund 450 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) in Richtung Südfrankreich verließ, wird zur Stunde (15.45 Uhr) nach Beobachtungen von Atomkraftgegnern im Hammer Güterbahnhof an der Günterstraße umrangiert. Dabei sind – zum wiederholten Male – keinerlei Sicherungsmaßnahmen zu erkennen.

Zuvor war der Atommüllzug um 13.22 Uhr ohne Sicherungsmaßnahmen durch den Münsteraner Hauptbahnhof gerollt und gegen 13.55 Uhr auch den Hammer Hauptbahnhof. Nun scheint der Uranmüllzug erneut bis in die Nacht hinein im Hammer Güterbahnhof zwischengeparkt zu werden, bevor es über Köln und Bonn zur südfranzösischen Atomfabrik Pierrelatte weitergeht.

„Die Gefahren, die durch die Urantransporte ausgehen, werden über ganz NRW verteilt. Der Hammer Güterbahnhof ist dabei zu einem regelrechten Uran-Parkplatz geworden, ohne dass Anwohner oder die Stadt über das erhöhte Risiko informiert werden. Warum schweigt die Landesregierung, wenn sie doch Atomtransporte laut Koalitionsvertrag für „sinnlos und gefährlich“ hält? Hier muss Düsseldorf endlich handeln,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Weitere Infos:
www.sofa-ms.de
www.urantransport.de
www.aku-gronau.de

www.bbu-online.de

 

  


VON: AKTIONSBÜNDNIS MÜNSTERLAND GEGEN ATOMANLAGEN






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