Vortrag in Gronau über die japanische Energiepolitik nach Fukushima

07.11.12
UmweltUmwelt, Internationales, Bewegungen, NRW, News 

 

von Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.

Der japanische Atomkraftgegner Kazuhiko Kobayashi aus Tokio, der sich vehement für einen Ausstieg aus der Atomenergie einsetzt, hat im Rahmen einer bundesweiten Vortragsreise wie bereits schon im Herbst 2011 auch in Gronau Station gemacht. 

Auf Einladung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und örtlicher Gruppen (u. a. Arbeitskreis Umwelt Gronau) hat Herr Kobayashi in der Gaststätte Concordia einen informativen Vortrag gehalten.

Er ging bei seinem deutschsprachigen Vortrag besonders auf die Folgen der Atomkatastrophe in Fukushima ein. Die Katastrophe hat sich im März 2011 ereignet, ist aber letztlich nach wie vor im Gange. Zudem hat er über die energiepolitische Entwicklung in Japan und über die stark angewachsene japanische Anti-Atomkraft-Bewegung berichtet.

Hierzulande ist kaum bekannt, dass noch immer fast alle japanischen Atomkraftwerke abgeschaltet sind, und dennoch gibt es genug Strom in Japan. Und nach wie vor finden an jedem Freitag in Tokio große Anti-Atomkraft-Demonstrationen statt, an denen bis zu 200.000 Menschen teilnehmen.

Besonders am Herzen liegen Kazuhiko Kobayashi die Kinder, die von der Reaktorkatastrophe besonders betroffen sind. Und so sammelt er bei seinen Vorträgen in der Bundesrepublik Spenden, die für den Aufbau eines Kinderkrankenhauses im Bereich Fukushima bestimmt sind.

Teilnehmer der Veranstaltung haben beschlossen, am 19. November wieder vor der Gronauer Urananreicherungsanlage zu demonstrieren. Vermutlich wird dann wieder, regelmäßig wie alle vier Wochen, ein Sonderzug mit Uranmüll Richtung Frankreich starten. Die Anti-Atomkraft-Initiativen und der BBU halten derartige Transporte für hochgefährlich. Am 19. November soll ab 11.45 Uhr auf der Brücke vor der Urananreicherungsanlage (Max-Planck-Straße) mit einer Mahnwache gegen die Anlage und gegen die ständige Uranmüllverschiebung protestiert werden.

Vor der Informationsveranstaltung in der Concordia hatten Gronauer Atomkraftgegner Kazuhiko Kobayashi die Urananreicherungsanlage an der Kaiserstiege und die dort fast fertig gestellte Atommüll-Halle gezeigt, in der 60.000 Tonnen Uranoxid eingelagert werden sollen. Außerdem wurde ihm das Atommüll-Lager in Ahaus gezeigt. Kazuhiko Kobayashi war tief betroffen über die Ballung der Atomanlagen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet und sprach sich für eine noch engere Zusammenarbeit der Anti-Atomkraft-Initiativen im internationalen Zusammenhang aus.

Herr Kobayashi hält noch bis Ende November Vorträge in der Bundesrepublik und letztlich auch noch in Frankreich. Die genauen Vortragsorte sind beim Arbeitskreis Energie des BBU zu erfahren. Tel.: 02562-23125.

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VON: BBU






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