Nukleare Abrüstung gestern - und heute?

05.11.12
UmweltUmwelt, Berlin, News 

 

von Sebastian Gerhardt

Keiner redet von Abrüstung, wir schon.
Veranstaltung zu 25 Jahren INF-Vertrag

Liebe Leute,
nach einem größeren Workshop am Wochenende ist morgen Gelegenheit, einige der Gäste aus den USA und Rußland auf einer Veranstaltung im Haus der Demokratie zu hören/ zu sehen/ zu befragen:

Di, 06. 11. um 19:00 | Robert-Havemann-Saal Podiumsdiskussion 25 Jahre INF-Vertrag – der Anfang vom Ende? Vor 25Jahren, am 8.12.1987, wurde der INF-Vertrag unterzeichnet. Es war der erste echte Abrüstungsvertrag zwischen der UdSSR und der USA und ist damit bis heute von historischer Bedeutung. Der INF-Vertrag verbot den Vertragsparteien landgestützte nuklearfähige Trägersysteme mit einer Reichweite von 500-5.500 km. Nach Jahrzehnten der nuklearen Aufrüstung und kontinuierlicher nuklearer Modernisierung leitete der INF-Vertrag einen Prozess der schrittweisen nuklearen Abrüstung ein, der letztlich zu einer Entnuklearisierung Europas führen kann.

In den kommenden sechs Jahren wird sich entscheiden, ob dieser Trend weiter dominiert oder ob es zu einer erneuten Trendwende kommt: Es steht die politische Entscheidung an, ob die Modernisierung nuklearer Waffen in Europa wiederaufgenommen und damit deren Verbleib in Europa auf weitere Jahrzehnte technisch abgesichert wird.

Es diskutieren die Bedeutung des INF-Vertrages für die nukleare Abrüstung in Europa und "Global Zero": Hans Kristensen (Federation of American Scientists, www.fas.org, Washington DC), Otfried Nassauer (www.bits.de, Berlin), Juri Gorulew (Minsk)

Veranstalter: berliner institut für transatlantische sicherheit – bits e. V., Luftfahrtmuseum Finowfurth, Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte; mit freundlicher Unterstützung vom Archiv Grünes Gedächtnis und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Warum ausgerechnet die Stiftung Haus der Demokratie sich dieses Großprojekt vorgenommen hat, das hat in der letzten Woche der Chef der LINKEN im Bundestag, Gregor Gysi, deutlich gemacht.

In seinem Interview der Woche antwortet er auf die Frage

"Wie würden Sie die aktuelle globale Sicherheitslage skizzieren?" folgendermaßen:

"Der Kalte Krieg ist zwar überwunden, aber Kriege und Konflikte haben seitdem zugenommen, was auch damit zusammenhängt, dass die beiden großen atomaren Supermächte nicht mehr die Spielregeln und die Aufteilung der Welt in Einflusssphären bestimmen. Aber die großen Konflikte und Herausforderungen sind geblieben: die Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen, der Kampf um weltweite Ressourcen und Rohstoffe, die Konflikte zwischen ärmeren und reicheren Ländern und eine Reihe regionaler Konfliktherde, die immer auch die Gefahr der Eskalation in sich bergen. Und die ökologische Frage, die sich nur sozial beantworten lässt."

Eine sehr klare Haltung: Nicht die Atomwaffen, sondern ihr "Weiterverbreitung" ist der "große Konflikt". Denn solange die beiden großen atomaren Supermächte die Spielregeln bestimmt haben, war noch alles einigermaßen, nun ja , geregelt. Und das, wo selbst Mr. Obama wenigstens verbal von "Global Zero" redet.

Deshalb bleib unserer Stiftung gar nicht anderes übrig, als dieses - nach unseren Maßstäben - internationale Großveranstaltung zusammen mit bits und dem Luftfahrtmuseum selbst zu organisieren.

- "Wir wollen etwas verfeinerten Radikalismus. Nicht bloß dieses grobkörnige Entweder-Oder"

Rosa Luxemburg
Am Treptower Park 24
Berlin 12435
Tel. 030/530 27 695
mob. 0176/24 04 28 95

www.hausderdemokratie.de
www.lunapark21.net
http://planwirtschaft.wordpress.com




VON: SEBASTIAN GERHARDT






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz