Greenpeace startet Protestwochenende am AKW Grohnde gegen MOX-Brennstäbe

16.11.12
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

von Greenpeace

Ab Freitag den 16.11.2012 wird es ernst!

Die Anti-Atom-Bewegung in Deutschland möchte ein deutliches Zeichen gegen unnötige und hochgefährliche Atomtransporte setzen. Jeden Monat fahren z.B. zig Atomtransporte durch NRW von und zur im Münsterland liegenden UAA Gronau, die den Weltmarkt für Uran-Brennelemente beliefert.

Im September fuhr seit langer Zeit der erste MOX-Transport durch Deutschland mit Bennelementen aus der skandalträchtigen Anlage Sellafield (früher mit Namen Harrisburg). Nun ist seit Mittwoch der 2. MOX-Transport auf seinem Weg nach Deutschland. Fährt das Schiff schnell und eine kurze Strecke, könnte es schon am Samstag um 9 Uhr in Nordenham sein. Mit "normalzügiger" Fahrt ist es realistisch spätestens Sontag späten Mittag in Nordenham.

Bundesweit rufen Umweltverbände wie Greenpeace, BUND, Robin Wood, CAMPACT, ausgestrahlt usw zum Widerstand und Protest an diesem Wochenende auf. Ebenso bereiten sich viele Aktivisten und Atomkraftgegner auf "Ihren Einsatz" in Nordenham und im Weserberland / Grohnde vor.

Die Bauern der "Bäuerlichen Notgemeinschaft" kommen mit ihren Treckern ins Weserbergland.  Sie haben ihren Aufruf in den regionalen Tageszeitungen veröffentlicht und das Problem mit deutlichen Worten auf den Punkt gebracht.

"Plutonium-Brennelemente sind hochgefährlich",
sagt Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven "Ein schwerer Atomunfall ist mit diesen Kernbrennstäben wahrscheinlicher und hätte schlimme Auswirkungen für die Menschen. McAllister muss den Schutz der Bevölkerung wichtiger nehmen als den Profit der Atomindustrie."
MOX-Brennelemente sind besonders riskant, da sie das stärker strahlende und hochgiftige Plutonium enthalten. Aufgrund ihrer höheren Nachwärme wäre bei einem Ausfall der Kraftwerkskühlung ein Super-GAU wahrscheinlicher. Anfang der Woche wurde bekannt, dass RWE wegen wiederholter Probleme mit MOX-Elementen deren Einsatz im bayerischen AKW Gundremmingen stoppen will. Auch Eon räumte ein, dass es im Grunde nur Nachteile durch den Einsatz von MOX-Brennelementen gebe. Für defekte Brennstäbe gibt es derzeit keine Entsorgungslösung. Die für hochradioaktiven Atommüll normalerweise genutzten Castorbehälter sind dafür nicht zugelassen.

Die Plutoniumfabrik in Sellafield kämpft seit ihrer Inbetriebnahme vor neun Jahren mit enormen technischen Problemen. Die Anlage sollte ursprünglich 120 Tonnen MOX-Brennelemente im Jahr aus der Wiederaufarbeitung von Atommüll produzieren. Erreicht hat Sellafield aber nur Gesamtproduktion von circa 13 Tonnen. Es gibt berechtige Einwände, dass die Brennelemente aus Sellafield könnten schadhaft sind.

Die Regionalkonferenz "Grohnde-Abschalten" wird ab Freitag Mittag ein großes Protestcamp aufbauen und den Widerstand und Protest einen organisierten Rahmen geben. Es wird leckeres und gesundes Essen aus zahlreichen Sachspenden für 1.000 Aktivisten und Demonstranten u.a. von einer Volksküche vorbereitet geben. Dazu gibt es eine große  Bühne, viele Informationen,  Feuertonnen,  3 Mahnwachen rund um das AKW, Beamer für Videoeinspielungen. Das Kulturprogramm ist breit mit  Freude- und energiestiftender Musik.

Greenpeace hat das Protestwochenende mit einer Videoprojektion an den Kühltürmen des AKW Grohnde eingeleitet. Mit dem Schriftzug "McAllister – Plutonium stoppen!" will Greenpeace an die Verantwortung des CDU Chefs in Niedersachsen appelieren. Er kann den Einsatz von MOX verhindern und sich so für die Sicherheit der Bürger einsetzen.

Es wird mit vielen Aktionen gerechnet. Die Anti-Atom-Bewegung will ein deutliches Zeichen setzen und nutzt die Zeit im Herbst als Ersatz für den sonst stattfindenden Castor-Transport.
Die CDU und FDP schickt sich an, die wichtige und notwendige Energiewende Hand-in-Hand mit der Atomlobby zu torpedieren. Das dürfte nach der Laufzeitverlägerung 2010 die größte Provokation darstellen. Damit gefährden die Lobbyisten und Politiker die Zukunftsziele gegen einen katastrophalen Klimawandel.

Die Menschen lassen sich nicht mehr belügen und akzeptieren keine unnötigen Gefährdungen. Schon heute können alle AKW in Deutschland sofort abgeschaltet werden, denn Deutschland hat mit den erneuerbaren Energien den Markt verändert und exportierte so viele Strom wie niemals zuvor. Atomkonzerne wie EON und Vattenfall mussten jetzt große Bilanzprobleme eingestehen, die die vielen vergangenen Managementfehler offenbaren. Atomkraft ist ein Auslaufmodell und wird durch die erneuerbaren Energien unrentabel. Der Trend ist unumkehrbar.

"Jeder Tag ist ein Tag mehr mit dem Restrisiko eines Fukushima in Europa. Es ist kriminell Atomkraftwerke weiterzubetreiben, mit allen bekannten Risiken und dem mangelhaften Katastrophenschutz. Seit November 2011 wissen die Verantwortlichen aus der BfS Studie, dass der Katastrophenschutz total veraltet und hinfällig ist. Der Schutz geht von völlig falschen Annahmen aus und kann die Menschen bei Gau nicht schützen." so Aktivist Andreas Rohrmann der Regionalkonferenz "Grohnde Abschalten", und führt weiter aus: "Gerade die Konzernverantwortlichen wie bei EON Kernkraft wissen sehr genau um die erheblich höheren Risiken Bescheid und planen trotzdem den unsinnigen MOX-Einsatz. Und dazu die Meldung, dass EON und RWE im Kraftwerk Gunremmingen den weiteren MOX-Einsatz genau wegen solcher Probleme ausschließen. Warum reagiert die Politik nicht ebenso schnell wie bei der Bankenrettung und verbieten den MOX-Einsatz?!"

Quelle für die Greenpeace Aktion:

www.greenpeace-magazin.de/tagesthemen/einzelansicht/artikel/2012/11/16/greenpeace-aktivisten-projizieren-protest-an-akw-kuehlturm-in-grohnde
www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/greenpeace_protestiert_gegen_den_einsatz_der_hochgefaehrlichen_mox_brennstaebe

 


VON: GREENPEACE






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