Entscheidung zu Welzow-Süd klimapolitischer Irrweg

04.06.14
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von NaturFreunde Brandenburg

Zur Entscheidung der rot-roten Brandenburger Landesregierung, dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall den Aufschluss des Braunkohletagebaus Welzow-Süd II zu genehmigen erklärt der stellv. Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch und die amtierende Landesvorsitzende der NaturFreunde Brandenburg, Grit Gehrau:

NaturFreunde fordern Rücknahme des Beschlusses und kündigen Widerstand gegen diesen energiepolitischen Irrweg an -

Die Entscheidung der rot-roten Landesregierung ist nicht zu verantworten. Die Landesregierung aus SPD und DIE LINKE lässt sich von profitgeleiteten Interessen des Atom- und Kohlekonzerns Vattenfall unter Druck setzen und hat mit ihrer heutigen Entscheidung einen klimapolitischen Rückschritt für Brandenburg beschlossen.

Dem Kohlekonzern Vattenfall zu erlauben, weitere 200 Millionen Tonnen Braunkohle im neuen Tagebau Welzow-Süd II ab 2026 fördern zu können, ist ein Rückschritt für eine schnelle Energiewende, die erneuerbare, dezentrale und demokratische Strukturen in der Energieversorgung schafft. Die Landesregierung ist vor den Interessen des Stromkonzerns eingeknickt und gibt mit ihrer Entscheidung den Klimakiller Kohle eine weitere mittel- bis langfristige Genehmigung.

Braunkohlekraftwerke blockieren den schnellen Ausbau von Stromerzeugungsstrukturen auf der Basis von Erneuerbaren Energien. Die trägen und schwer regelbaren Kraftwerke müssen rund um die Uhr laufen und verhindern so den Einsatz von flexiblen und dezentralen Gaskraftwerken als Brückentechnologie. Braunkohle ist ein Klimakiller. Bei der Stromproduktion aus Braunkohle wird das Dreifache an Kohlendioxid freigesetzt wie beim Einsatz von Gaskraftwerken.

Uwe Hiksch, NaturFreunde Berlin: „Die Genehmigung von Welzow-Süd ist nicht notwendig. Wenn die Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Brandenburger Landtag, Margitta Mächtig, behauptet, der Aufschluss von Welzow-Süd sein notwendig für die Versorgungssicherheit, verdreht sie die Tatsachen. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn die Landesregierung zur energetischen Versorgungssicherheit beitragen möchte, muss sie die Verstromung von Braunkohle schnellstmöglich beenden und den schnellen Ausbau von erneuerbaren Energieträgern fördern. Braunkohle zerstört das Klima, killt die Landschaft und vertreibt die Menschen aus ihren angestammten Dörfern.“

Grit Gehrau, Vorsitzende der NaturFreunde Brandenburg: „Die Genehmigung eines neuen Braunkohletagebaus wird das zerstörerische Werk des Braunkohleabbaus weiter forcieren. Mehr als 27 000 Menschen mussten bisher durch den Braunkohleabbau umgesiedelt werden, 135 Dörfer wurden zerstört. Dies alles für eine Energieerzeugungsart, die jährlich mehr als 50 Millionen Tonnen klimazerstörendes C02 freisetzt. Die Entscheidung der Landesregierung ist nicht zu verantworten.“

Die NaturFreunde sehen die energiepolitische Glaubwürdigkeit gerade der Partei DIE LINKE infrage gestellt, wenn sie einen neuen Tagebau genehmigt, obwohl die Partei im Wahlkampf das Gegenteil zugesagt hat. Welzow-Süd soll nach den Plänen von Vattenfall ab dem Jahr 2026 Braunkohle fördern. Eine Genehmigung zum jetzigen Zeitpunkt ist daher völlig überflüssig. Der einzige Grund für diese Genehmigung ist, dass die Landesregierung selbst weiß, dass sie gegen die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Menschen in Brandenburg handelt und eine solche klimapolitisch verfehlte Entscheidung von Jahr zu Jahr schwerer durchzusetzen sein wird.“

NaturFreunde – aktiv gegen Braunkohleabbau

Die NaturFreunde werden ihren Widerstand gegen diesen energiepolitischen Irrweg weiter fortsetzten. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis organisieren sie am 23. August eine internationale deutsch-polnische Menschenkette gegen Braunkohle. Die Menschenkette findet in der Lausitz südlich von Guben/Gubin zwischen Kerkwitz auf deutscher Seite und Grabice auf polnischer Seite statt.

In Berlin und Brandenburg engagieren sich die NaturFreunde aktiv gegen weitere Tagebaue und werden Vorfeldaktionen in Potsdam und Berlin gegen den weiteren Abbau von Braunkohle aktiv unterstützen.


VON: NATURFREUNDE BRANDENBURG






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