Mundraub wird zur BUGA salonfähig

25.06.14
UmweltUmwelt, Soziales, Wirtschaft, Brandenburg, News 

 

Mosterei Ketzür und Internetplattform mundraub.org sorgen für 20.000 Liter Apfel- und Birnensaft aus der Havelregion  

Von BUGA Havelregion

Premnitz, 25.06.2014: Wer hätte gedacht, dass ein Straftatbestand mal dafür sorgen wird, dass wir unsere Kulturlandschaft mehr wertschätzen? Niemand. Und doch ist es so gekommen. Bis 1974 stand „Mundraub“ noch unter Strafe – jetzt wird der früher abfällig als „Notdiebstahl“ bezeichnete „Mundraub“ genutzt, um Landschaften wie die Havelregion in Wert zu setzen und beispielsweise herrenloses Obst zu BUGA-Saft werden zu lassen.

Die Idee ist genial. Kai Braß, der seit 2006 die Mosterei in Ketzür/Beetzseeheide betreibt, entwickelte mit Kai Gildhorn, dem Gründer der Internetplattform mundraub.org, einen Plan: Der Saft für die gastronomischen Bereiche in den BUGA-Flächen von der Hansestadt Havelberg bis Brandenburg an der Havel wird aus 30 Tonnen Obst von bisher ungenutzten oder in Vergessenheit geratenen Apfel- und Birnenbäumen hergestellt. Sie werden im Herbst 2014 durch die mundraub.org-Community und Teilen der Bevölkerung der Havelregion geerntet. In der Mosterei Ketzür wird das Obst anschließend verarbeitet und ab Eröffnung der BUGA am 18. April 2015 von den BUGA-Gastronomen angeboten.


Jedermann und Jedefrau kann sich an der Aktion beteiligen. Entweder auf der Interplattform mundraub.org nachschauen, wo in der Nähe der nächste Ernteeinsatz stattfindet. Oder: Überschüssiges Obst direkt an die Mosterei Ketzür liefern. Wenn der Plan aufgeht, ist der zukünftige BUGA-Saft nicht nur fair gehandelt, sondern zugleich regional und ökologisch produziert. „Wir werden knapp 20.000 Liter des BUGA-Saftes herstellen. Letztlich geht es uns aber darum die BUGA-Gäste darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich in einer alten Kulturlandschaft befinden, in der viele herrenlose Obstbäume mit wunderbaren Früchten wachsen, die es wert zu schätzen gilt“, so die Initiatoren.

„Viele Menschen kaufen Äpfel und Birnen im Supermarkt“, ergänzt Erhard Skupch, Geschäftsführer des BUGA-Zweckverbandes. „Dass unser einheimisches Obst an den Bäumen bleibt und wir lieber auf Obst zurückgreifen, dass um die halbe Welt transportiert wird, wirft kein gutes Licht auf uns. Gemeinsam wollen wir zur BUGA  einen regionalen Schatz heben .... Manchmal liegt das Gute so nah und wir sehen es nicht. Zur BUGA schauen wir genau hin. Wir gehen diesen ungewöhnlichen, aber sehr sympathischen Weg mit der mundraub-Community.“  

Für die Zeit nach der BUGA haben Kai Gildhorn und Kai Braß schon Pläne: Sie wollen mit der Marke „Mundraub-Saft“ auf dem Markt bleiben. Wird die Marke angenommen, wollen sie die Idee auch außerhalb Brandenburgs, in Kooperation mit regionalen Mostereien, voranbringen.   

Hintergrund und Kontakt
mundraub.org
verfolgt das Ziel, in Vergessenheit geratene Früchte wieder in die Wahrnehmung zu rücken und in Wert zu setzen, um sie als Teil unserer Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu erhalten. Die Plattform lebt davon, dass Menschen verantwortungsvoll und respektvoll mit der Natur und den kulturellen und privatrechtlichen Gegebenheiten in der Region umgehen.


Die Mundräuber-Regeln:

1. Vor dem Eintragen in die Plattform sicherstellen, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.
2. Behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren umgehen.
3. Entdeckungen teilen über mundraub.org.
4. Engagement bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen.

 







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